Netzentgelte

Stromrebellen klagen gegen die Netzagentur

Der Freiburger Energieversorger Badenova und die als "Stromrebellen" bekannten Elektrizitätswerke Schönau (EWS) haben Klage gegen die Netzagentur eingereicht. Dabei geht es um die umstrittene Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten, die die klagenden Unternehmen als ungerecht brandmarken.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Freiburg/Schönau (dapd/red) - Die Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten verstoße unter anderem gegen den Gleichverteilungsgrundsatz von Abgaben und Steuern, sagte Badenova-Sprecher Roland Weis am Donnerstag. Hintergrund ist ein Gesetz, das Unternehmen ab einem jährlichen Verbrauch von zehn Gigawattstunden von den Netzgebühren befreit.

Strompreise müssten sonst erhöht werden

Die neue Umlage zur Entlastung der stromintensiven Großindustrie (0,18 Cent brutto je Kilowattstunde) sei ungerecht, kritisierte Weis. Beide Unternehmen wollen jedoch die Strompreise für ihre Kunden stabil halten. Aufgrund der staatlichen Kostensteigerungen hätten seit Januar bundesweit fast 300 Versorger ihre Strompreise um durchschnittlich 3,5 Prozent erhöht, heißt es bei Badenova.

Energiewende dürfe nicht zulasten Weniger gehen

Der Erfolg und die Akzeptanz eine "Energiewende für alle" hänge wesentlich davon ab, dass die Anstrengungen nicht einseitig zulasten einzelner gesellschaftlicher Gruppen verteilt werden, sagte Weis.

Die EWS kritisierten eine versteckte Industriesubventionierung und Wettbewerbsverzerrung in Europa. Außerdem verführe die neue Regelung Unternehmen dazu, mehr Energie zu verbrauchen, um die gesetzte Schwelle für die Gebührenbefreiung zu überschreiten, sagte ein Sprecher. Beide Unternehmen gaben an, dass sie durch das Gesetz Einbußen in Millionenhöhe hätten.