Prognose

Strompreise werden durch EEG-Umlage wohl weiter steigen

Aufgrund der so genannten EEG-Umlage für erneuerbare Energien werden die Strompreise wohl auch im nächsten Jahr weiter drastisch ansteigen. Neben der Umlage, über die am Freitag dieser Woche entschieden wird, dürfte aber auch die Marktbeherrschung durch vier Hauptanbieter an der Preiserhöhung schuld sein.

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Berlin (afp/red) - Schlechte Nachrichten für alle Kunden: auch im kommenden Jahr werden die Strompreise in Deutschland weiter steigen. Der Grund dafür ist, neben der Anbietermacht der vier großen Konzerne, wohl hauptsächlich die sogenannte EEG-Umlage für erneuerbare Energien. Stromgewinnung mittels Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse ist derzeit - jedenfalls nach offizieller Rechenweise - noch teurer als die umweltschädlicheren Varianten der Produktion mit Kohle oder Atomkraft.

Haushalte zahlen derzeit durchschnittlich sieben Euro für Biostrom

Damit Biostrom trotzdem auf dem Markt bestehen kann, wird er durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich gefördert. Ein Großteil der Förderung wird dabei mit dem Strompreis auf die Kunden umgelegt. Derzeit beträgt die Umlage zwei Cent pro Kilowattstunde. Im Monat kommt ein Drei-Personen Haushalt so auf gut sieben Euro Kosten für Biostrom. Für Biostromerzeuger ist die Einspeisevergütung allerdings je nach Stromart unterschiedlich. Am meisten kostet derzeit das Erzeugen von Solarstrom, die Förderung liegt deshalb hier bei 30 Cent pro Kilowattstunde. Deshalb raten Experten, stärker auf die beispielsweise günstigere Erzeugung von Windkraft zu setzen.

Preise vergleichen lohnt sich: Anbieter geben Kosten unterschiedlich weiter

Vor einer Erhöhung der Strompreise im kommenden Jahr kann das die Kunden aber nicht mehr bewahren. Wie hoch diese genau ausfällt soll ab dem kommenden Freitag feststehen. Gerechnet wird mit mindestens 3,2 bis 3,5 Prozent. Konkret heißt das, dass die Umlage für einen Drei-Personen-Haushalt dann zirka 12 Euro betragen wird. Allerdings wird die EEG-Umlage, unabhängig von der genutzten Menge an Biostrom, nicht von allen Stromanbietern im gleichen Maße an die Kunden weitergegeben. Das bedeutet, dass es sich lohnt, für das kommende Jahr die Strompreise zu vergleichen.