Solar-Wachstum

Strompreise werden 2011 womöglich um zehn Prozent steigen

Der Strompreis für die privaten Haushalte wird nach Einschätzung von Verbraucherschützern im kommenden Jahr um mindestens zehn Prozent steigen. In den vergangenen Wochen waren bereits ähnliche Prognosen von Stromanbietern veröffentlicht worden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Der Grund für den erwarteten Preisanstieg sei das enorme Wachstum von Solaranlagen, die Stromkunden über eine Umlage subventionieren, erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag in Berlin. Solarstrom sei zwar "gut und wichtig", der finanziellen Förderung müssten aber Grenzen gesetzt werden, forderte vzbv-Chef Gerd Billen. Er verlangte eine Kürzung der Förderung um 16 Prozent zum 1. Juli. Dies hatte die Bundesregierung zwar beschlossen, die Kürzung wird aufgrund von massiver Kritik von Industrie und einigen Bundesländern aber wohl weniger stark ausfallen.

Die Prognose des vzbv über höhere Strompreise stützt sich auf den erwarteten Zubau von Solaranlagen, wie der Verband erklärte. Im vergangenen Jahr lagen die Kapazitäten von neuen Anlagen bei mindestens 3800 Megawatt, in diesem Jahr erwarten Experten laut vzbv mindestens 8000 bis 10.000 Megawatt, 2011 sogar bis zu 20.000 Megawatt. Die anhaltend hohe Subventionierung garantiere den Anlagenbetreibern "überhöhte Renditen", kritisierte der vzbv. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert einen festen Preis für die Abnahme von Solarstrom.