Höher als Bundesdurchschnitt

Strompreise und Gaskosten im Osten am höchsten

Ausgerechnet in den Bundesländern mit der geringsten Kaufkraft müssen die Verbraucher die höchsten Energiepreise zahlen. Vor allem in den Ost-Ländern liegen die Kosten für Strom und Gas deutlich über denjenigen in kaufkraftstarken Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg, so eine Studie von Verivox und GfK.

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Heidelberg (afp/red) - Einer Vergleichsberechnungen des Verbraucherportals Verivox und des Marktforschungsunternehmens GfK zufolge muss beispielsweise ein Zwei-Personen-Haushalt in Sachsen pro Jahr durchschnittlich 1425 Euro für Strom und Gas aufbringen - das sind 113 Euro mehr als in Bayern.

Hinter Sachsen folgen in der Liste der Bundesländer mit den höchsten Energiepreisen die kaufkraftschwachen Länder Thüringen mit 1408 Euro, Sachsen-Anhalt mit 1394 Euro, Mecklenburg-Vorpommern mit 1390 Euro und Brandenburg mit 1360 Euro. Auf Platz sechs rangiert das Saarland mit 1356 Euro. Die Energiekosten in den Ländern mit der stärksten Kaufkraft liegen dagegen nahe am Bundesdurchschnitt von 1319 Euro. So werden in Baden-Württemberg 1326 Euro jährlich für einen Zwei-Personen-Haushalt fällig, in Bayern 1312 Euro.

Energiepreise in Berlin und Bremen am günstigsten

Nur in Bremen und Berlin stimmt demnach das Verhältnis der auf GfK-Daten beruhenden Kaufkraft und der von Verivox berechneten Energiepreise: In den beiden Städten mit vergleichsweise geringer Kaufkraft pro Haushalt bezahlen die Verbraucher mit durchschnittlich 1224 Euro in Bremen und 1233 Euro in Berlin die bundesweit günstigsten Energiepreise.

Der Leiter Energiewirtschaft bei Verivox, Peter Reese, riet den Verbrauchern, die hohen Strom- und Gaspreise nicht einfach hinzunehmen und nach einem Vergleich zu einem günstigen Anbieter zu wechseln. Dem Verbraucherportal zufolge kann ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 2800 Kilowattstunden bis zu 200 Euro pro Jahr sparen; beim Gas liegt das Einsparpontenzial bei einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden sogar bei bis zu 300 Euro jährlich.