Jahresprognose bekräftigt

Strompreise treiben RWE-Quartalsgewinn in die Höhe (Upd.)

Dank höherer Preise im Stromhandel hat RWE im ersten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Wie der Konzern heute mitteilte, stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 50 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen daraufhin seine Gewinnerwartungen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp.djn/sm) - Das Betriebsergebnis verbesserte sich in den ersten drei Monaten 2007 um 35 Prozent auf 2,82 Milliarden Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 0,9 Prozent auf 13,36 Milliarden Euro.

Die Stromerzeugung sank den Angaben zufolge dagegen um elf Prozent, dennoch verbesserte sich das operative Ergebnis um 65 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Hauptgrund waren laut RWE die höheren Preise für Strommengen im Stromhandel. Belastend wirkte dagegen erneut der Ausfall des Kernkraftwerks Biblis, der das Ergebnis im Quartal um 260 Millionen Euro gedrückt habe.

Im Bereich Energy, der insgesamt einen Rückgang des Betriebsergebnisses um drei Prozent verbuchte, machte sich dem Konzern zufolge vor allem die Netzregulierung negativ bemerkbar. RWE summierte die Belastungen auf 180 Millionen Euro. Einen kräftigen Aufschwung verzeichnete dagegen das britische Energiegeschäft RWE npower, das den operativen Gewinn von 38 Millionen auf 270 Millionen Euro gesteigert habe.

Sal. Oppenheim-Analyst Matthias Heck sprach von "sehr starken Zahlen", die RWE vorgelegt habe. Sein WestLB-Kollege Marc Koebernick ergänzte, die Jahresprognose des Konzerns erscheine angesichts der überzeugenden Quartalsergebnisse als zurückhaltend.

Jahresprognose bekräftigt

Für das Gesamtjahr bekräftigte der DAX-Konzern seine Gewinnerwartungen: Das Betriebsergebnis soll um zehn Prozent höher als im Vorjahr ausfallen. Das Nettoergebnis werde aber stark zurückgehen, da es im vergangenen Jahr von zahlreichen Sondereffekten - vor allem dem Verkauf von Thames Water - beeinflusst war. Bereinigt um diese Effekte sieht RWE das Nettoergebnis ebenfalls zehn Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Prognosen beruhen auf der Annahme, dass RWE die Mehrheit der US-Wassertochter American Water bis Jahresende an der Börse platzieren kann. Im Jahresabschluss würde das Unternehmen dann als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen, wie RWE erläuterte. Der Konzernumsatz werde 2007 ohne American Water leicht über dem Vorjahresniveau liegen.

Aufgrund des geplanten American-Water-Verkaufs wird laut RWE die Mitarbeiterzahl des Konzerns, die Ende März bei 69.443 gelegen habe, zurückgehen. Operativ werde sie allerdings um rund 3000 steigen, davon 1000 in Deutschland. 1800 Stellen sollen in Großbritannien entstehen, vor allem im Kundenservice und im Vertrieb.