Stichtag

Strompreise steigen im Schnitt um 7,4 Prozent

Über 16 Millionen Haushalte müssen im kommenden Jahr mehr für Strom bezahlen. Ein Sprecher des Online-Verbraucherportals Verivox sagte am Dienstag dem Deutschlandfunk, die Strompreise stiegen zum 1. Januar um durchschnittlich 7,4 Prozent. Bislang haben schon rund 180 Versorger höhere Strompreise angekündigt.

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Köln (dapd/red) - Für einen Vier-Personen-Haushalt ergebe dies eine Mehrbelastung von rund 70 Euro im Jahr, bei Alleinstehenden seien es etwa 43 Euro. Die veränderten Strompreise müssen Kunden sechs Wochen vor dem Stichtag angekündigt werden.

Laut Verivox haben bislang 144 Anbieter Preiserhöhungen von bis zu 14,4 Prozent angekündigt, weitere 35 Stromversorger wollen in den kommenden Tagen nachziehen. Die Anbieter begründen den Preisanstieg vor allem mit Zusatzkosten durch die erhöhte Ökostrom-Umlage und reichen diese über höhere Strompreise an ihre Endkunden weiter.

Nach Angaben von Verivox würde die Umlage zum Ausbau der erneuerbaren Energien eine Strompreiserhöhung von bis zu 7,5 Prozent rechtfertigen. 64 Anbieter nutzten aber offenbar die Gelegenheit, um ihre Preise noch stärker anzuheben. 80 Anbieter seien dagegen unter dem Schwellenwert geblieben. Tipp: Ein Stromanbieterwechsel ist unkompliziert und nach einer angekündigten Preiserhöhung auch während des laufenden Vertrages möglich.

Mitte Oktober hatten die Übertragungsnetzbetreiber angekündigt, die von allen Verbrauchern mit der Stromrechnung bezahlte Umlage zur Förderung von Wind-, Sonnen- und Biomassestrom zum Jahreswechsel um mehr als 70 Prozent auf 3,5 Cent je Kilowattstunde anzuheben.

Insgesamt werden die deutschen Verbraucher damit im kommenden Jahr den Strom aus erneuerbaren Energien mit rund 13 Milliarden Euro subventionieren. Ursache für den drastischen Anstieg der sogenannten EEG-Umlage ist nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber vor allem der Ausbau der Sonnenenergie sowie die große Zahl neu installierter Photovoltaik-Anlagen.