Drei-Personen-Musterhaushalt

Strompreise in Nordrhein-Westfalen stiegen um zehn Prozent (Upd.)

Das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf hat eine landesweite Strompreisübersicht online gestellt. Danach stiegen die Strompreise am 1. Januar im Durchschnitt um fast zehn Prozent. Die Anträge der Energieversorger auf Strompreiserhöhung lagen zum Teil noch deutlich höher.

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Düsseldorf (red) - Die Stromkosten eines Drei-Personen-Musterhaushalts in NRW bei einem jährlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) sind am 1. Januar 2007 im Durchschnitt um 9,97 Prozent bzw. 64,77 Euro gestiegen. Dies ergab eine Erhebung des NRW-Wirtschaftsministeriums bei allen 119 Stromversorgern in NRW. Die Ergebnisse sind auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht (Link unten). Mit dieser Übersicht will das Wirtschaftsministerium einen Beitrag zu mehr Preistransparenz für private Stromkunden leisten. Die Anträge der Energieversorger auf Strompreiserhöhung lagen zum Teil deutlich höher und wurden von der Strompreisaufsicht im Ministerium den Angaben zufolge durchschnittlich um 25 Prozent, in Einzelfällen sogar um 60 bis 70 Prozent gekürzt.

Ein Drei-Personen-Haushalt musste bei einem Verbrauch von 3.500 kWh/Jahr bis zum 31. Dezember 2006 durchschnittlich 649,84 Euro für seinen Strom zahlen. Seit dem 1. Januar 2007 sind diese Kosten auf durchschnittlich 714,61 Euro gestiegen. Damit stieg der Preis je Kilowattstunde um 1,85 Cent von 18,57 Cent auf 20,42 Cent. Nach der Erhebung sind die Stadtwerke Gronau GmbH die landesweit günstigsten Anbieter mit 600,13 Euro, der teuerste Anbieter sind die Stadtwerke Tönisvorst GmbH mit 781,71 Euro bei 3.500 kWh/Jahr.

Alle genannten Beträge sind Bruttobeträge, der Anstieg 2006/2007 in Höhe von 9,97 Prozent enthält also auch den Anstieg der Umsatzsteuer um drei Prozentpunkte. Im Vorjahr - zum 1. Januar 2006 - waren die Kosten nur um rund 3,13 Prozent gestiegen.

Die Berechnungen gelten für den jeweiligen Haushaltstarif der einzelnen Versorger und berücksichtigen die jeweiligen Arbeits- bzw. Verbrauchspreise sowie feste Leistungs-, Verrechnungs- und Grundpreise. Bei den ausgewiesenen Tarifen handelt es sich um die genehmigungspflichtigen Allgemeinen Tarife, die jeder Energieversorger in seinem Versorgungsgebiet anbieten muss. Darüber hinaus bieten nahezu alle Versorger ihren Kunden Sonderverträge zu günstigeren Preisen an, die aber auch bei den übrigen Konditionen (Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen, Pflicht zum Lastschriftverfahren etc.) von den Allgemeinen Tarifen/Preisen der Grundversorgung abweichen können.

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