Kommentar

Strompreise: Bei einigen Regionalversorgern ein Betriebsgeheimnis

Transparenz ist von einigen deutschen Stromversorgern scheinbar nicht gewollt. Die Redaktion des strom magazins hat Schwierigkeiten, von einigen Unternehmen aktuelle Daten zu bekommen. Andere Unternehmen scheuen scheinbar den Vergleich und wünschen eine Löschung aus unserer Datenbank, beispielsweise die Stadtwerke Emden. Wir benötigen deshalb Ihre Hilfe.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Seit Wochen macht die Redaktion des strom magazins nichts anderes, als die Strompreise der deutschen Stromversorger auf den neusten Stand zu bringen. Ökosteuererhöhung, gestiegene Bezugskosten und die Euroumstellung haben zu Beginn des Jahres zu einer Änderung der Strompreise bei den meisten deutschen Stromversorgern geführt. Im Sinne unserer Leser und Partner sind wir natürlich bemüht, so schnell wie möglich eine Aktualität zu erreichen.

Bisher dachten wir, das sei auch ein Interesse der deutschen Stromunternehmen. Unseren Erfahrungen zufolge, ist das allerdings nicht der Fall. Es scheint geradezu, dass die Strompreise bei einigen Unternehmen ein "Betriebsgeheimnis" sind. Dabei darf man natürlich nicht alle Unternehmen über einen Kamm scheren. Die meisten deutschen Stromversorger sind daran interessiert, eine Preistransparenz zu schaffen und arbeiten deshalb freundlich und auskunftsfreudig mit uns zusammen. Danke dafür!

Dann gibt es jedoch auch Fälle, in denen die Redaktionsmitglieder von einem Ansprechpartner zum anderen verbunden werden, weil sich offenbar niemand traut, dem strom magazin die aktuellen Daten zu geben. Das endet meistens damit, dass wir ein Fax mit unserem Anliegen an die Geschäftsführung schicken müssen. Das war es dann auch erstmal – wirklich weiter kommt man nicht. Offiziell erreicht man bei diesen Unternehmen nichts. Oftmals bleibt uns nichts anderes übrig, als nochmal anzurufen und ohne die Angabe "strom magazin" zu versuchen, aktuelle Preise zu recherchieren.

Das ist die eine Kategorie. Es gibt noch eine andere Kategorie von Regionalversorgern, die uns die Arbeit erschweren. Aktuelles Beispiel: die Stadtwerke Emden. Nachdem wir die Preise des Unternehmens aktualisiert hatten, bekamen wir eine E-Mail mit der Bitte, die Angaben aus unserem Vergleich sofort zu löschen. Auch eine freundliche E-Mail unsererseits, in der wir darauf hinwiesen, dass wir sehr an einer Vollständigkeit unseres Angebots interessiert und darauf auch angewiesen sind, hat nichts genützt – die Stadtwerke Emden bestehen darauf. Wir haben uns letztlich diesem Wunsch gebeugt – nicht ohne einen entsprechenden Hinweis in den Anbieterdaten. Auch die Stadtwerke Deggendorf hatten zuvor gebeten, nicht mehr im strom magazin zu erscheinen. Eine Mail von uns konnte die Verantwortlichen dann jedoch umstimmen. Es ist wirklich schade, dass es Unternehmen gibt, die scheinbar nicht an einer Preistransparenz und einem bundesweiten Strompreisüberblick interessiert sind. Fragt sich, was sie wohl zu verbergen haben und warum sie den Vergleich scheuen.

Falls es Leser gibt, die von einem dieser "Problemfälle" mit Strom versorgt werden, und die die neuen Strompreise kennen, nachfolgend veröffentlichen wir die Namen der Versorger, bei denen es uns noch nicht gelungen ist, aktuelle Daten zu bekommen: Energieversorgungsgesellschaft Velten (EVV), Elektrizitätswerk Reutte, Stadtwerke Ansbach, Stadtwerke Bad Brückenau, Stadtwerke Cham, Stadtwerke Dülmen, Stadtwerke Eberswalde, Stadtwerke Gronau, Stadtwerke Grünstadt, Stadtwerke Güstrow, Stadtwerke Herten, Stadtwerke Kirchheimbolanden, Stadtwerke Landshut, Stadtwerke Lutherstadt Eisleben, Stadtwerke Schneeberg, Stadtwerke Sindelfingen und Stadtwerke Steinfurt. Vielen Dank für Ihre Hilfe.