02.08.2006, 10:25 Uhr

Strom-News

Juli-Bilanz

Strompreise an der Börse EEX explodieren

Im Kurzfrist-Handel der Leipziger Strombörse EEX sind im Juli die Preise explodiert. Der Spitzenpreis lag bei knapp 135 Euro pro Megawattstunde. Für ein Kohlendioxidzertifikat mussten am Spothandel zwischen 15,50 und 17,08 Euro bezahlt werden. 149 Unternehmen handeln derzeit an der EEX.

Leipzig (ddp/sm) - Die Preise an der Strombörse EEX sind im Juli im Vergleich zu den Vorjahren in Deutschland explodiert. Beim Kurzfrist-Handel (Spot-Markt) verzeichnete die EEX in Leipzig einen Durchschnittspreis von 73,40 Euro je Megawattstunde. Der Spitzenpreis lag bei 134,59 Euro, wie die EEX mitteilte. Im Juli 2005 wurde die Megawattstunde am Spotmarkt für durchschnittlich 45,34 Euro gehandelt.

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Ursache für das rasante Ansteigen des Strompreises ist dabei offenbar jedoch nicht allein der heiße Sommer in diesem Jahr: Im August 2003, als ähnliche Temperaturen in Deutschland herrschten, kostete die Megawattstunde an der EEX im Schnitt 31,29 Euro. Tobias Federico vom Analystenhaus Energy Brainpool in Berlin sieht trotz der stark unterschiedlichen Preise Parallelen zwischen dem Sommer 2003 und 2006. In beiden Jahren hätten wegen der Hitze Kraftwerke gedrosselt werden müssen und Frankreich sei als Exporteur seines Atomstroms weitgehend ausgefallen. Der wichtigste Grund, weshalb zwischen beiden Preisen eine so hohe Differenz liege, sei das unterschiedliche Ausgangsniveau. 2003 seien Öl und Gas viel billiger gewesen, zudem habe es keinen Zertifikatehandel gegeben, sagte Federico auf ddp-Anfrage. Der Durchschnittsstrompreis habe damals bei rund 30 Euro gelegen.

Mit Einsetzen des kühleren Wetters habe sich der Strompreis aber auch wieder normalisiert. Ein Grund sei der auffrischende Wind: Dadurch hätten wieder Windanlagen ans Netz gehen können, allein für Donnerstag würden sie rund 5000 Megawatt auf den Markt werfen, das entspreche der Leistung von drei Atomkraftwerken, sagt Federico.

Insgesamt wurde im Juli 2006 an der European Energy Exchange (EEX) ein Volumen von 80,4 Terawattstunden umgesetzt. Am Strom-Terminmarkt notierte die Grundlast für das Jahr 2007 in Deutschland bei 55,52 Euro pro Megawattstunde und die Spitzenlast bei 83,52 Euro pro Megawattstunde.

Gleichzeitig wurden am EEX Spotmarkt für Emissionsrechte im Juli 671 488 Zertifikate gehandelt. Der Carbon Index schwankte zwischen 15,50 Euro und 17,08 Euro pro Zertifikat. Am EEX Terminmarkt für Emissionsrechte betrug das Handelsvolumen 138 000 Zertifikate. Ende Juli wurde der Preis für den Future 2006 mit 16,31 Euro festgestellt, der Kontrakt für das Jahr 2008 lag bei 18,61 Euro.

An der European Energy Exchange handeln derzeit 149 Unternehmen aus 19 verschiedenen Ländern. Die Energie AG Oberösterreich wurde im Juli für den Handel am Spot- und Terminmarkt zugelassen. Zum Spotmarkt kam die italienische AEM Trading hinzu.

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