Netzstabilität

Strompreis könnte durch neue Netzmanagement-Regeln steigen

Der Strompreis könnte für Verbraucher wieder ein wenig ansteigen. Anscheinend plant die Bundesregierung, auch kleine Betriebe an Strommengen-Auktionen teilnehmen zu lassen. Das soll für mehr Netzstabilität sorgen. Kritisiert wir das Vorhaben von Grünen-Politiker Oliver Krischer.

Stromrechnung© Eisenhans / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Verbraucher müssen sich auf einen weiteren geringen Anstieg des Strompreises einstellen. Hintergrund sind Pläne, wonach künftig auch kleinere Betriebe bei Strommengen-Auktionen mitbieten dürfen, um die Netze bei hoher Belastung stabil halten zu können. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag.

Kosten erhöhen sich um rund 5 Millionen Euro

Die Kosten für dieses Lastenmanagement werden auf den Strompreis umgelegt. Nach der alten, zum Jahreswechsel ausgelaufenen Verordnung waren dies jährlich 30 Millionen Euro, was dem Vernehmen nach mit etwa 0,006 Cent pro Kilowattstunde zu Buche schlägt. Künftig werden umzulegende Kosten von bis zu 35 Millionen Euro erwartet.

Mehr Netzstabilität

Firmen können durch Lastenmanagement mit minuten- oder stundenweiser Abschaltung das Stromnetz auch in Zeiten der Höchstlast im Winter und bei schwankender Einspeisung von erneuerbaren Energien stabil halten. Davon konnten bisher nur große Betriebe profitieren.

Nach der neuen Verordnung für kurzfristige Stromunterbrechungen sollen 750 Megawatt an sofort sowie weitere 750 Megawatt an schnell abschaltbaren Lasten ausgeschrieben werden. Die Leistung, ab der Firmen mitbieten können, soll auf zehn statt bisher 50 Megawatt sinken.

Grünen-Politiker: Symptome werden nicht bekämpft

Der Grünen-Politiker Oliver Krischer kritisierte, zwar behebe die Bundesregierung einen Fehler. "Aber wieder einmal doktert sie an den Wunden herum, statt die Symptome zu bekämpfen." Viel sinnvoller als eine Lastabschalt-Verordnung seien marktwirtschaftliche Instrumente wie ein "ökologischer Flexibilitätsmarkt".

Quelle: DPA