Monitoringbericht

Stromnetze reichen nicht: Eingriffe kosten Millionen

Die Stromnetze sind durch die hohen Mengen an Ökostrom immer häufiger überlastet. Die Eingriffe der Netzbetreiber kosten Millionen Euro, die von den Verbrauchern getragen werden. Bisher fehlen die Leitungen, die etwa den überschüssigen Strom vom Norden in den Süden des Landes transportieren könnten.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn (dpa/red) - Wind- und Solarkraftwerke müssen wegen fehlender Stromnetze für den Transport des erzeugten Stroms immer häufiger abgeschaltet werden. Die Entschädigung, die die Anlagenbetreiber dafür erhalten, zahlen die Verbraucher.

Stromnetze werden nicht schnell genug ausgebaut

Nach dem am Dienstag veröffentlichten Monitoringbericht Energie der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes haben sich die Entschädigungszahlungen für das Abregeln 2014 um fast 89 Prozent auf 83 Millionen Euro erhöht. Seit 2013 hat sich die abgeregelte Strommenge fast verdreifacht. Der Netzausbau könne mit dem Anstieg der Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern immer noch nicht Schritt halten, betonte Netzagenturchef Jochen Homann.

Netzeingriffe nehmen weiter zu

Das Abregeln zur Sicherung der Netzstabilität ist nötig, wenn an wind- und sonnenstarken Tagen Leitungskapazitäten für den Transport des Stroms etwa von Nord- nach Süddeutschland fehlen. 2015 gehe der Zuwachs der Netzeingriffe weiter. Außerdem werden ganze Kraftwerke hoch- oder heruntergefahren. Auch diese sogenannten Redispatch-Maßnahmen nahmen 2014 zu. Die Kosten dafür liegen laut dem Bericht bei fast 187 Millionen Euro.

Fast 352.000 Stromsperren im vergangenen Jahr

Vergrößert hat sich auch die Zahl der Kunden, denen wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom abgestellt wurde: Die Zahl der Stromsperren wuchs im vergangenen Jahr um rund 7.000 auf fast 352.000. Auf die Kunden kommen dann erhebliche Zusatzkosten zu: Für die Sperrung berechnen die Versorger laut Bericht im Schnitt 47 Euro Gebühr, für den Wiederanschluss noch einmal durchschnittlich 50 Euro.

Quelle: DPA