Strom-News
SachsenSächsische Stromnetzbetreiber haben in der Vergangenheit rund 4,4 Millionen Euro zu viel kassiert. Wie das Wirtschaftsministerium am Sonntag in Dresden mitteilte, forderte die Landesregulierungsbehörde daher 23 der 31 Stromnetzbetreiber auf, ihren Kunden, den Stromlieferanten, das Geld gutzuschreiben.
Dresden (ddp-lsc/red) - Die Stromlieferanten bekämen nun Beträge zwischen 19.000 und 845.000 Euro erstattet. Bei der ersten Netzgeldprüfung wurden laut Ministerium Mehrerlöse festgestellt, die die Stromnetzbetreiber zwischen dem Eingang des Antrags und der Erteilung der Genehmigung der Netzentgelte erzielten. In Sachsen war das der Zeitraum von Oktober 2005 bis Juni 2006. Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass die Mehrerlöse nicht beim Netzbetreiber verbleiben dürfen.
Die Landesregulierungsbehörde ist den Angaben zufolge zuständig für die Netzbetreiber, die ihr Netz ausschließlich in Sachsen haben und die weniger als 100 000 Kunden beliefern. Die länderübergreifenden und größeren Anbieter werden von der Bundesnetzagentur in Bonn überprüft. Die Gebühren für die Stromdurchleitung machen rund ein Drittel der Strompreise aus.
Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) sagte, faire Durchleitungsgebühren seien Grundlage dafür, dass der Wettbewerb der Stromanbieter tatsächlich auch beim Endverbraucher ankomme. Diese müssten nun selbst aktiv werden. Sie müssten die Preise vergleichen und bereit sein zum Wechsel, um die Vorteile des Wettbewerbs bei den Stromlieferanten zu nutzen. Morlok kündigte an, auch die Gas-Durchleitungsgebühren zu überprüfen.
Die Grünen im Landtag begrüßten das Vorgehen gegen die Stromnetzbetreiber. «Das von vielen Stadtwerken gern verbreitete Märchen, in erster Linie den Ökostrom für Preiserhöhungen verantwortlich zu machen, bricht zusammen», sagte der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Johannes Lichdi. Es sei richtig, endlich auch die Durchleitungskosten unter die Lupe zu nehmen.
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Eine Gruppe deutscher Strom- und Gasnetzkonzerne muss Milliardensummen für überhöhte Netzentgelte zurückzahlen. Alleine die betroffenen Betreiber der Stromnetze müssten ihren Kunden 1,5 Milliarden Euro erstatten, sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur am Donnerstag in Bonn.
Die Bundesnetzagentur will auch im kommenden Jahr einem Pressebericht zufolge die Einnahmen der großen Stromkonzerne kappen. So sollen die Obergrenzen der Netzentgelte um bis zu 30 Prozent abgesenkt werden. Die Netzentgelte sind Gebühren, die die Betreiber der Stromnetze von Stromanbietern verlangen. Sie sind ein Bestandteil des Strompreises.
Gaskunden in Deutschland können auf leicht sinkende Preise hoffen. Die Bundesnetzagentur verordnete den Betreibern der Gas-Fernübertragungsnetze eine teils deutliche Preissenkung. Diese wirkt sich auch auf die Gasrechnung der Endkunden aus, allerdings nur in abgeschwächter Form.
Das Bundeskartellamt hat überhöhten Preisen von Kommunen und Stadtwerken einen Riegel vorgeschoben. Ein Gasversorger hatte überhöhte Netzgebühren von anderen Gasanbietern verlangt, nun muss das Unternehmen die zu viel gezahlten Gebühren für das Gasnetz zurückzahlen.
Verbraucher können möglicherweise auf sinkende Strompreise hoffen. Grund sind die von der Bundesnetzagentur in Aussicht gestellten Netzentgelte. Die Entgelte sind ein erheblicher Kostenfaktor und machen noch immer fast ein Drittel des Strompreises aus.Strompreise vergleichen
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