Windkraft-Ausbau

Stromnetzbetreiber beklagen "Anfragen-Tsunami"

Die Betreiber der Strom-Übertragungsnetze fühlen sich nach eigenen Angaben durch die Umstellung auf erneuerbare Energien finanziell überfordert. Besonders das Anbinden der neuen Windparks vor den Küsten erfordere sehr hohe Investitionen. Vorschlag: Ein Gemeinschaftsunternehmen soll es richten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung beim Netzbetreiber Tennet, dem "Handelsblatt" vom Dienstag. Es gebe einen "Tsunami" von Anfragen für Windkraft, die sein Unternehmen "unmöglich alle gleichzeitig abarbeiten" könne. Die Netzbetreiber sind allerdings gesetzlich dazu verpflichtet, neue Windparks an das Stromnetz anzuschließen.

Netzausbau könne nicht alleine gestemmt werden

Pro Anschluss seien aber Investitionen teils in dreistelliger Millionenhöhe notwendig. Tennet schlägt deshalb nach Angaben Hartmans vor, eine unternehmensübergreifende Gesellschaft für die Anbindung der sogenannten Offshore-Energie zu gründen. Entsprechende Vorschläge habe das Unternehmen den Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt vorgelegt. Das neue Gemeinschaftsunternehmen könnte nach Vorstellung von Tennet dann zudem ein neues Fernübertragungsnetz bauen, das Windkraft vom Norden zu den großen Verbrauchern in den Industrieregionen im Westen und Süden bringen könnte.

Quelle: AFP