Interview

Strommarkt: Kurth mahnt zu mehr Geduld

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hält Forderungen nach einer Verstaatlichung der bundesdeutschen Stromnetze für verfrüht. Probleme, die sich über Jahrzehnte aufgestaut hätten ließen sich nicht über Nacht abbauen. Den angedrohten Investiotionsrückgang einiger Stromkonzerne sieht er gelassen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt am Main (red) - Gegenüber dem Radiosender hr-iNFO verwies er darauf, dass seine Behörde erst seit einem Jahr dabei sei, Netzentgelte zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verringern. Die Öffnung der bisherigen Monopolstellungen am Energiemarkt könne nur eine mittel- und langfristige Aufgabe sein. "Die Konzentration hat sich langfristig gebildet, also werden wir auch einen langen Atem beim Abbau haben müssen", so Kurth.

Mit Blick auf die Drohungen einiger Stromkonzerne, die Investitionen in ihre Stromnetze zurück zu fahren, sagte er, dass zur Zeit hier eine Zunahme zu beobachten sei. Derzeit würden wettbewerbsrechtliche Instrumente diskutiert, die bei weitem noch nicht beschlossen seien. Dies müsse sich ein Unternehmen gefallen lassen. Kurth: "Ich kann auch nur die Unternehmen auffordern, nicht zu überziehen."

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte in der letzten Woche die Verstaatlichung des Netzbetriebs gefordert. Damit solle die Energieversorgung für die Verbraucher in Deutschland gesichert werden. Auch die Bundestagsfraktion DIE LINKE hatte bereits ähnliche Forderungen erhoben.

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