Wegen Solaranlage

Stromkunden warten seit 2010 auf ihre Abrechnung

Fritz-Peter Metting aus Bünde und ein Ehepaar aus Schloß Holte-Stukenbrock warten seit 2010 auf ihre Stromrechnung. Trotz mehrfacher Nachfrage beim Versorger E.on will dieser das Geld nicht haben. Beide Parteien freuen sich nicht über diesen Zustand, denn sie wissen, dass sie den verbrauchten Strom über kurz oder lang doch zahlen müssen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bielefeld (red) - Seit April 2010 wartet Herr Metting auf seine Abrechnung, die anderen Stromkunden seit Ende 2010. Der Grund ist wohl jeweils die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage. Wie die Neue Westfälische (nw-news.de) berichtet, wurden beim Ehepaar "Schmidt" (Name geändert) die Zähler umgerüstet: Zwei alte mussten einem neuen weichen. Die Abschlussrechnung für die alten Zähler blieb dann aus.

Immer mehr Stromkosten laufen auf

Nach mehreren erfolglosen Anrufen wurde man beim Stromversorger persönlich vorstellig. Die direkten Nachfragen ergaben, dass eine Computerumstellung stattgefunden hatte, kurze Zeit später wurde einer der Zähler abgerechnet. Die Rechnung für den zweiten Zähler ließ weiterhin auf sich warten. Mittlerweile belaufen sich die noch nicht bezahlten Stromkosten auf über 1200 Euro, so schätzen die zahlungswilligen Kunden. Bei Fritz-Peter Metting seien es um die 3000 Euro, die er vorsorglich zur Seite gelegt hat. Ihm erklärte E.on, "aus systemtechnischen Gründen" könne man die Abrechnungssperre nicht entfernen.

Getrennte Abrechnung bei der Photovoltaikanlage

Auf Nachfrage der Neuen Westfälischen erklärte ein E.on-Sprecher, das Problem hänge mit der Photovoltaikanlage zusammen. Zum einen werde für den eigenen Stromverbrauch gezahlt, zum anderen erhalten die Betreiber eine Einspeisevergütung, die auch stets pünktlich gezahlt wurde. Aufgrund der getrennten Abrechnungssysteme sei eine Abrechnungssperre eingerichtet worden. Im Fall von Metting habe man vergessen, diese wieder zu entfernen, auch im zweiten Fall sei die Sperre mittlerweile entfernt worden. Die Stromkunden müssen also demnächst mit einer Nachzahlung rechnen. Nach Angaben des Versorgers handelt es sich um Einzelfälle, doch die Schmidts glauben nicht daran. "Als ich dort ankam, dachte ich, ich wäre auf einer Großveranstaltung," beschreibt Frau Schmidt ihren Besuch bei E.on. Eine ganze Schlange von Kunden mit ähnlichen Problemen habe angestanden.