Kostenfrage

Stromkunden sollen offenbar für Netze vor der Küste haften

Stromverbraucher sollen einem Bericht zufolge künftig an den milliardenschweren Risiken für den Betrieb von Windanlagen auf hoher See und der dazugehörigen Netze beteiligt werden. Diese Haftungsfragen waren bis dato ungeklärt. Damit sind weitere Kostenerhöhungen für Stromkunden möglich, wenn nicht wahrscheinlich.

Windkraft© Rebel / Fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochsausgabe) berichtet, geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, welche Entschädigung einem Windparkbetreiber wann zusteht, falls der erzeugte Strom nicht abtransportiert werden kann.

Stromkunden bekommen Risiken aufgebürdet

Stromkunden, die ohnehin schon durch die Umlage für die Ökostromförderung belastet werden, müssten sich damit auf weitere Kostensteigerungen einstellen. Die neuen Regeln betreffen laut "FAZ" vor allem die für Netzanschlüsse in der Nord- und Ostsee verantwortlichen Unternehmen Tennet und 50 Hertz. Demnach laufen sie darauf hinaus, dass die Stromkunden bei Netzstörungen für den größten Teil der Ausfälle haften werden.

Ausbau der Offshore-Parks soll vorangetrieben werden

Der Netzbetreiber selbst muss nur dann für Schäden aufkommen, wenn er die Unterbrechung vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat. Selbst bei grober Fahrlässigkeit trägt der Netzbetreiber laut "FAZ" nur 20 Prozent selbst, den Rest kann er über eine Haftungsumlage weiterwälzen. Durch die Klärung der Haftungsfrage will die Bundesregierung die derzeit stockenden Investitionen in den Ausbau der Offshore-Windenergie vorantreiben.

Quelle: AFP