Kaum Preissenkungen

Stromkonzerne verdienen immer mehr, senken aber keine Preise

In einer bislang unveröffentlichten Studie wird es deutlich, dass die Stromkonzerne kaum Preissenkungen an Kunden weiter geben, obwohl sie ihren Umsatz um mehrere Millionen Euro steigern konnten und Personal entlassen haben.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (red) – Obwohl der Strommarkt vor etlichen Jahren geöffnet und liberalisiert wurde, hat sich kaum etwas an den Preisen geändert. In den letzten zehn Jahren sanken die Strompreise für Haushaltskunden nur um 4,5 Prozent. Für Industriekunden seien die Preise in dieser Zeitspanne sogar nur um drei Prozent gesunken. Die Produktivität der Konzerne stieg dagegen um 70 Prozent. So lautet eine bisher unveröffentlichte Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Trotz Umsatzsteigerung und Entlassungen keine Preissenkungen

Laut dem Gelsenkirchener Wirtschaftsrechtler Ralf-Michael Marquardt haben die vier Marktführer Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zwischen 1998 und 2006 ihr Personal von 251.000 auf 207.000 Beschäftigte verkleinert, gleichzeitig aber den Umsatz von 25 Milliarden Euro auf 33,5 Milliarden Euro gesteigert. Thorsten Kaspar vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) kritisiert: "An die Verbraucher weitergegeben werden diese Preisvorteile aber nicht."

Verbraucher sollten Wettbewerb ankurbeln

Die Ursache sei der trotz Liberalisierung fehlende Wettbewerb. Außerdem wäre der Markt dynamischer und einzelne Konzerne könnten sich kaum teure Preise leisten, wenn Kunden immer wieder zum billigsten Anbieter wechselten. Die Kunden könnten so selbst Einfluss auf die Preise nehmen.

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