Aus Zwielicht herauskommen

Stromkonzerne sichern Glos höhere Transparenz bei Preisen zu

Mit einer verstärkten Preistransparenz wollen die vier großen Stromkonzerne laut Bundeswirtschaftsminister Glos auf jüngste Missstimmungen wegen ihrer Preispolitik reagieren. Das ist das Ergebnis eines kurzfristig angesetzten Treffens der Vorstandschefs der Energiekonzerne mit Glos am Donnerstag in Berlin.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Ich hatte den Eindruck, dass die Chefs der Stromkonzerne daran interessiert sind, aus dem Zwielicht herauszukommen, in das sie hereingebracht worden sind, dass sie das offensiv angehen wollen, in allererster Linie durch mehr Transparenz", sagte Glos nach dem Gespräch.

Die Stromkunden sowohl in der Industrie als auch in den Privathaushalten sollten stärkeren Einblick in die Preisgestaltung erhalten, um "das Gegeneinander in der Öffentlichkeit" aufzulösen, sagte Glos. Künftig solle es eine intensivere Kommunikation mit den Energiekonzernen geben. "Wir haben ausgemacht, dass wir verstärkt im Gespräch bleiben", kündigte er an.

Weitere Themen waren laut Glos die Klimaziele sowie die langfristige Versorgungssicherheit, insbesondere die Anforderungen an die Netze, die sich aus der verstärkten Nutzung der Windenergie ergäben. Für den Netzausbau sei ein Beschleunigungsgesetz angedacht.

In der Frage der von der EU-Kommission geforderten Zerschlagung der Energiekonzerne seien sich Regierung und Versorger einig, "dass die eigentumsrechtliche Zerschlagung uns nicht weiter bringen würde", sagte Glos und verwies auf die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz. "Ich bekenne mich zu starken Energiekonzernen", hob Glos hervor.

An dem Gespräch nahmen E.ON-Vorstandsmitglied Johannes Teyssen, RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann, der neue Vorstandsvorsitzende von EnBW Hans-Peter Villis und der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Hans-Jürgen Cramer, teil.