Gut dotiert

Stromkonzerne RWE und E.ON halten an Vorruhestandsregelungen fest

Die Stromkonzerne RWE und E.ON schicken angeblich weiterhin ältere Beschäftigte unter Inanspruchnahme von millionenschweren Hilfen der Bundesagentur für Arbeit in den Vorruhestand. Aufgelegt wurden diese Frühverrentungsprogramme 2000/2001 zum Abbau von Überkapazitäten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Während die Frühverrentung beim Düsseldorfer Unternehmen E.ON erst mit Erreichen des 55. Lebensjahrs greife, werde beim Essener RWE-Konzern immer noch die sogenannte 51er-Regelung praktiziert, berichtet die "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). Danach gehen RWE-Beschäftigte schon im Alter von 51 Jahren in eine gut dotierte Frührente, ohne dass sie dabei Abzüge infolge der "Hartz IV"-Gesetzgebung fürchten müssen.

Aufgelegt wurden diese Frühverrentungsprogramme 2000/2001, als die beiden Konzerne mit dem Abbau von Überkapazitäten auf den vorübergehenden Einbruch der Strompreise reagierten. Dabei weitete RWE den Kreis der Anspruchsberechtigten auf den gesamten Konzern aus, nachdem mit der Übernahme des Dortmunder Konkurrenten VEW zahlreiche Positionen im Unternehmen doppelt besetzt waren. Damit kamen auch Vertriebs- und Verwaltungsmitarbeiter in den Genuss dieser Regelung.

Offiziellen RWE-Angaben zufolge entschieden sich bis zum Stichtag im Sommer 2004 insgesamt 7500 Beschäftigte für die Möglichkeit, nach Erreichen des 51. Lebensjahrs spätestens Ende 2006 in Rente zu gehen. Inoffiziellen Angaben zufolge soll die Zahl der so begünstigten Vorruheständler jedoch noch weitaus höher sein. Bis Ende dieses Jahres läuft auch das E.ON-Programm der Frühverrentung mit 55 Jahren, für das sich dort bis Ende 2003 insgesamt 2000 Mitarbeiter entschieden.