Vorwürfe entkräften

Stromkonzerne kündigen Transparenz-Initiative an

Mit mehr Transparenz an der Strombörse wollen die vier größten deutschen Stromkonzerne die Vorwürfe, sie würden die Börsenpreise gezielt manipulieren, entkräften. So sollen beispielsweise künftig börsentäglich ab 10.00 Uhr morgens die verfügbaren Kapazitäten für die nächsten 365 Tage veröffentlicht werden.

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Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Die vier großen deutschen Stromkonzerne wollen den Handel an der Leipziger Strombörse EEX transparenter gestalten. Wie das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) berichtet, kündigen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) an, man wolle Vorwürfe entkräften, die Energiekonzerne manipulierten die Preise an der Börse. Die neuen Transparenzregeln sollten bereits ab 10. April gelten.

"Um das Vertrauen unserer Kunden in die Energiewirtschaft und die wettbewerblichen Preisbildungsmechanismen zu stärken, haben wir uns entschlossen, zukünftig wesentliche Betriebsdaten unserer Stromerzeugungsgesellschaften zu veröffentlichen", zitiert die Zeitung aus dem Brief. Man werde die zusätzlichen Daten über die Plattform der EEX börsentäglich im Internet bereitstellen.

In einer Auflistung, die dem Schreiben der Energieversorger beigefügt ist, sind die einzelnen Maßnahmen dem Bericht zufolge definiert. Die Unternehmen wollten künftig börsentäglich ab 10.00 Uhr morgens die verfügbaren Kapazitäten für die nächsten 365 Tage veröffentlichen. Ab 16.30 Uhr sollten zudem die tatsächlich erzeugten Strommengen der letzten sieben Kalendertage angegeben werden. Die Daten würden nach Energieträgern aufgeschlüsselt. Auch täglich aktualisierte Meldungen über Ausfälle, planmäßige Stillstände und Revisionen gehörten zum Angebot.

Stromverbraucher hatten den Energiekonzernen in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, die vier großen Stromerzeuger nutzten die mangelnde Liquidität des Marktes, um die Preise zu manipulieren, schreibt das Blatt. 2005 seien die Notierungen der Terminkontrakte für Stromlieferungen im Jahr 2006 um 50 Prozent auf über 50 Euro je Megawattstunde gestiegen. Nach Einschätzung der Verbraucher könne die Preisbildung nur nachvollzogen werden, wenn alle Marktteilnehmer wissen, welche Erzeugungskapazitäten aktuell zur Verfügung stehen. Werde etwa unangemeldet ein Kraftwerk aufgrund von lange vorhersehbaren Revisionsarbeiten vom Netz genommen, löse die dadurch entstehende Verknappung des Angebotes irrationale Preissprünge aus.