Teurer Strom zum Jahreswechsel

Stromkonzerne kündigen kräftige Strompreis-Erhöhungen an

Mit EnBW, Vattenfall und EWE haben drei der fünf größten Stromkonzerne in Deutschland Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt. Die Schuld schieben die Konzerne auf die erneuerbaren Energien sowie die gestiegenen Beschaffungskosten. Verbraucherschützer raten zum Strompreisvergleich.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Linden (red) - Den Anfang bei der Strompreis-Welle machte letzte Woche EnBW, der eine Strompreis-Erhöhung zum Jahreswechsel um 7,5 Prozent ankündigte. Heute gaben auch Vattenfall und EWE eine Erhöhung ihrer Strompreise bekannt. Bei Vattenfall steigen die Preise in der Grundversorgung um 5,9 Prozent (Berlin) bzw. um 4,4 Prozent (Hamburg). Die Preissteigerung in den übrigen Tarifen seien noch stärker. Der Oldenburger Energiekonzern EWE erhöht seine Strompreise im Schnitt um 14 Prozent, was für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Mehrkosten von rund 100 Euro bedeutet.

RWE, Nummer zwei auf dem deutschen Strommarkt, hat noch keine Strompreiserhöhung bekanntgegeben. RWE-Chef Jürgen Großmann schließt jedoch Preiserhöhungen nicht aus. Der größte deutsche Energiekonzern E.ON hat bislang keine Preisänderungen angekündigt.

EEG an hohen Strompreisen schuld

Als Gründe für die Preiserhöhungen werden entweder gestiegene Beschaffungskosten oder die erhöhten Kosten im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) angegeben. Das EEG sichert den Betreibern etwa von Wind- und Solaranlagen feste Einnahmen zu. Momentan wird beispielsweise jede Kilowattstunde Strom aus einer Solaranlage mit 43 Cent vergütet. Dafür wird ein Aufschlag auf den Strompreis erhoben, der im kommenden Jahr auf 2 Cent steigen soll.

Das Argument der erhöhten Beschaffungskosten stößt bei Verbraucherschützern auf Kritik, denn die Großhandelspreise für Stromverkäufer und Großkunden sind im vergangenen Jahr deutlich günstiger geworden. Die Energieversorger wiederum verweisen darauf, dass der Strom in der Regel für mehrere Jahre im Voraus eingekauft wird.

Verbraucherportal rät zum Strompreisvergleich

Laut dem Verbraucherportal Verivox haben über 40 weitere Versorger zum 1. Januar Preiserhöhungen angekündigt. Weitere Versorger werden nach Einschätzung von Verivox folgen: Die Unternehmen können noch bis Freitag Preiserhöhungen in ihren Grundtarifen zum 1. Januar anmelden. Den Grundversorgungstarif nutzen alle Verbraucher, die sich nicht aktiv für einen anderen, meist billigeren Tarif beim gleichen Versorger entschieden haben.

Die neuen Preissteigerungen bedeuten für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr eine Mehrbelastung von 46 Euro. Doch Verbraucher müssen die Preissteigerungen nicht hinnehmen und einen kostenlosen Strompreisvergleich durchführen. Da die Preisschere zwischen den Versorgern immer größer wird, können Verbraucher durch einen Anbieterwechsel häufig mehrere hundert Euro jährlich einsparen.

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