Geschrumpfter Puffer

Stromimporte derzeit bei knapp neun Prozent des Verbrauchs

Die Stromkonzerne haben zusätzlich zum Moratorium der Bundesregierung weitere Blöcke von Atomkraftwerken für Revisionsarbeiten stillgelegt. Ausgeglichen wird dies durch Importe, vor allem aus Frankreich. Welche Meiler laufen derzeit noch, und welche gehen noch im Mai vom Netz?

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd: "Der Puffer der gesicherten Leistung ist geschrumpft." Er rate dringend davon ab, weitere Kapazitäten vom Netz zu nehmen. Eine RWE-Sprecherin sagte dapd, Revisionsstillstände würden möglichst in die verbrauchsarme Zeit des Mai gelegt. Am Donnerstagmorgen von 9.00 bis 10.00 Uhr importierte Deutschland laut der Webseite Entsoe.net netto 4.171 Megawatt bei einem Verbrauch von 46.641 Megawatt. Das waren knapp neun Prozent. Davon kamen 3.009 Megawatt aus Frankreich.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn erklärte in Berlin: "Mit jedem weiteren abgeschalteten AKW fallen die Lügengebäude zusammen, dass Deutschland so dringend auf die Reaktoren angewiesen ist. Weder die Strompreise an der Börse noch die Importe aus den Nachbarstaaten sind nennenswert gestiegen."

Welche Meiler noch laufen

Laut RWE waren die Blöcke Gundremmingen B und Biblis B wegen der Revision vom Netz, bei der Brennelemente ausgetauscht werden sollten. Biblis A stehe still wegen des Moratoriums der Bundesregierung. Es liefen nur noch die Blöcke Gundremmingen C und Emsland.

Bei E.ON wurde Grohnde am Montag und Grafenrheinfeld am 26. März wegen der Revision abgeschaltet, Isar 1 steht wegen des Moratoriums, wie ein Sprecher erklärte. Nur Brokdorf und Isar 2 liefen.

Bei EnBW standen wegen des Moratoriums Philippsburg 1 und Neckarwestheim 1. Die Vattenfall-Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel stehen ohnehin seit längerem still.

Die größten Strommengen kamen am Donnerstagmorgen laut Entsoe.net aus Frankreich, 3.009 Megawatt. Aus Dänemark wurden 984 Megawatt importiert. Aus Tschechien flossen 758 Megawatt, aus den Niederlanden 568 und aus Polen 115. Gleichzeitig exportierte Deutschland aber 660 Megawatt in die Schweiz und 603 Megawatt nach Österreich.