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Strombroker Ampere sagt erneut Hauptversammlung ab

Der Berliner Strombroker Ampere AG scheint mit seinem Mehrheitsaktionär, den Stadtwerken Hannover AG, keinerlei gemeinsame Basis mehr zu finden. Heute sagten die Berliner erneut eine Hauptversammlung ab. Auch der Plan der Stadtwerke, die 75 Prozent Anteile zu verkaufen, platzte zu Beginn dieser Woche.

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Gegen den ausdrücklichen Wunsch des Mehrheitsaktionärs, der Stadtwerke Hannover AG, hat der Vorstand des in Berlin ansässigen Strombrokers Ampere AG die für heute anberaumte Hauptversammlung erneut abgesagt. Begründet hat der Amperevorstand diese Maßnahme mit anderen Verpflichtungen.

Der Streit zwischen der Ampere AG und seinem Mehrheitsaktionär hatte im Juli 2002 begonnen, als der Berliner Strombroker gegen die Ministererlaubnis zur Fusion von E.ON und Ruhrgas vorging. Während Ampere in der erlaubten Fusion eine massive Benachteiligung erkannte, wollten die Stadtwerke Hannover keinerlei Rechtsmittel dagegen einleiten. Schon im September ließen abwechselnd Ampere und die Stadtwerke die geplanten Hauptversammlungen platzen, auch ein Wechsel im Ampere-Aufsichtsrat konnte scheinbar keine Entspannung der Beziehungen erwirken. Daraus resultierte wohl auch der Entschluss der Stadtwerke Hannover AG, ihre Anteile an der Ampere AG in Höhe von 75 Prozent zu verkaufen. Verschiedenen Medienberichten zufolge scheiterte jedoch der geplante Verkauf an die Beteiligungsgesellschaft Econa AG zu Beginn dieser Woche.

Die Stadtwerke Hannover haben den Ampere-Vorstand nun aufgefordert, die abgesetzte Hauptversammlung bis 31. Januar einzuberufen. Jochen Westerholz, Vorstand der Stadtwerke Hannover, kann sich nicht vorstellen, "dass der Vorstand der Ampere AG Grund hat, anzunehmen, dass die Stadtwerke Hannover AG zu einer Belastung der Beziehungen mit der Ampere AG beiträgt, zumal ein Vorstandsmitglied und Minderheitsaktionär seine Aktien der Stadtwerke Hannover AG zum Kauf angeboten hat.