Luftverschmutzung

Strombörse EEX steigt in Emissionshandel ein

Unabhängig von der noch ausstehenden Zustimmung der EU-Kommission zur nationalen Zuteilungstabelle startet die European Energy Exchange AG (EEX) morgen den börslichen Handel mit Emissionsrechten. In der ersten Handelsperiode von 2005 bis 2007 nehmen in Deutschland knapp 1860 Anlagen teil.

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Leipzig (ddp/sm) - Die Europäische Strombörse EEX in Leipzig startet ungeachtet der noch ausstehenden Zustimmung der EU-Kommission zu den nationalen Zuteilungstabellen den Handel mit Emissions-Zertifikaten. Dieser werde zunächst mit den bisherigen Handelspartnern der Börse am Mittwoch aufgenommen, sagte EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel in Leipzig. Der Start wird auch noch dadurch gebremst, dass mehrere große Energieversorger bei der beim Umweltbundesamt angesiedelten Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) Widerspruch gegen die im Dezember erteilten Zuteilungsbescheide erhoben haben. Die Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.

Insgesamt nehmen nach Angaben Menzels bisher 123 Unternehmen am EEX-Stromhandel teil. Diese Unternehmen seien auch beim kommenden Kohlendioxid-Handel die wichtigsten Partner. Darunter befänden sich alle wichtigen Stromhersteller wie auch große Hüttenbetriebe und sonstige Großverbraucher. Mittelfristig habe die EEX neben dem deutschen vor allem den internationalen Markt im Auge. Kohlendioxid-Zertifikate würden europaweit gehandelt werden. "Den Markt wollen wir haben", gab sich Menzel entschlossen.

Der Handel mit Luftverschmutzungsrechten war formell EU-weit zum Jahresanfang gestartet. In der ersten Handelsperiode von 2005 bis 2007 nehmen in Deutschland rund 1860 Anlagen von Energiewirtschaft und energieintensiver Industrie daran teil. Das Prinzip beruht darauf, dass eine Höchstmenge an Emissionen pro Anlage staatlich festgelegt wird, die sich dann auf die betroffenen Unternehmen aufteilt.

Betreiber, die ihre Emissionsrechte nicht ausschöpfen, können diese an andere Unternehmen verkaufen, die einen höheren Bedarf haben. Die Möglichkeit, mit Emissionsrechten Geld zu verdienen, soll marktwirtschaftliche Anreize geben, um den Vorgaben des Kyoto-Protokolls zur weltweiten Reduzierung von klimaschädlichen Gasen zu entsprechen. Zunächst nehmen daran die Bereiche Verkehr und Privathaushalte noch nicht teil.