Lahmgelegt

Stromausfall im Bundestag: Forderung nach Konsequenzen

Nachdem am vergangenen Dienstag stundenlang der Strom im Bundestag ausfiel, sollen nun Konsequenzen folgen. Das Parlament wurde nach Hause geschickt, die Regierung war aber weiter arbeitsfähig. Nun soll eine bessere Versorgung für das Regierungsviertel her.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Nach dem stundenlangen Stromausfall am Dienstag im Bundestag fordert die Opposition Konsequenzen. SPD, Linke und Grüne kündigten am Mittwoch an, den Blackout im Regierungsviertel im Ältestenrat des Parlaments zur Sprache zu bringen. Sie forderten eine vernünftige Notstromversorgung.

Kabelschaden legte den Bundestag lahm

Ein Kabelschaden an einer Baustelle in Berlin-Mitte hatte am Dienstag die Arbeit im Bundestag komplett lahmgelegt. Die Parlamentsgebäude am Spreebogen hatten von morgens bis abends keinen Strom - bis auf eine dürftige Notversorgung für Flurlampen oder Aufzüge. Telefone waren tot, Bildschirme schwarz. Die Mitarbeiter wurden vorzeitig nach Hause geschickt. Auch das Kanzleramt war kurzzeitig vom Stromausfall betroffen. Dort setzte jedoch zügig eine Ersatzversorgung ein.

Es könne nicht sein, dass die Regierung arbeitsfähig ist, aber das Parlament nach Hause gehen müsse, beklagte der Sprecher der Linksfraktion, Hendrik Thalheim. Es sei ein "Unding", dass der Bundestag über Stunden lahmgelegt worden sei, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Das Parlament müsse eine vergleichbare Notversorgung wie das Kanzleramt bekommen.

Forderung nach einer besseren Notstromversorgung

Auch der Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sagte, der Bundestag als oberstes Verfassungsorgan müsse auch in solchen Notfällen jederzeit voll handlungsfähig sein. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte, die meisten Mitarbeiter hätten den Blackout zwar fröhlich und gelassen aufgenommen. Für künftige Fälle müsse trotzdem eine bessere Stromversorgung sichergestellt werden. Die Oppositionsfraktionen wollen das Thema in der kommenden Woche in der Sitzung des Ältestenrats auf den Tisch bringen.