Lösungen werden umgesetzt

Stromausfall durch Windkraft: dena warnt vor unnötiger Panikmache

Trotz einem hohen Anteil an Windkraftanlagen sei eine hohe Versorgungssicherheit des deutschen Stromnetzes garantiert. Störfälle im Netz durch ältere Anlagen wurden untersucht, wobei Probleme erkannt und Lösungen gefunden wurden, so die dena. An der Umsetzung der Vorschläge wird bereits gearbeitet.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) warnt angesichts aktueller Presseberichte über einen drohenden Stromausfall durch Windkraftanlagen vor Panikmache. Das deutsche Stromnetz garantiere eine hohe Versorgungssicherheit, auch bei einem hohen Anteil von Windkraftanlagen. Die zur Integration der Windkraft nötigen Maßnahmen habe die dena im Februar 2005 in ihrer Netzstudie beschrieben. Dabei seien auch Störfälle im Netz untersucht worden, die durch Windkraftanlagen mit Baujahr vor 2003/2004 verstärkt werden können. Durch Nachrüstung oder Ersatz der älteren Anlagen, durch Errichtung von Netzbetriebsmitteln sowie durch Verbesserung der Netzanschlussbedingungen lasse sich die Gefahr vermeiden. Energieunternehmen und Anlagenhersteller arbeiteten bereits an der Umsetzung der Vorschläge.

Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena, erklärt: "Der Ausbau der Windkraft in Deutschland ist eine Herausforderung, die bei entschlossenem Vorgehen gut lösbar ist. Die dena-Netzstudie hat den Grundstein dafür gelegt. Politik und Energiewirtschaft haben den Ball bereits aufgenommen. Es gibt also keinen Grund, die Bevölkerung mit Schreckensszenarien zu beunruhigen."

Die dena-Netzstudie untersuchte das Thema Sicherheit im Hoch- und Höchstspannungsnetz, insbesondere die Auswirkungen von theoretisch möglichen Großstörungen. Dazu zählen der Ausfall ganzer Kraftwerksblöcke oder Kurzschlüsse in Schaltanlagen. Diese Großstörungen können zu großflächigen Spannungseinbrüchen und kritischen Netzzuständen führen. Windenergieanlagen, die vor dem Jahr 2003/2004 errichtet wurden, können laut dena solche Großstörungen im Netz verstärken.

Ursache seien die seinerzeit geltenden Netzanschlussbedingungen: Windenergieanlagen mussten sich vom Netz trennen, wenn die Spannung um mehr als 20 Prozent einbricht. Die im europäischen Stromverbund für diesen Fall vorgehaltenen Reserven würden dabei vollständig ausgeschöpft. Anlagenhersteller und Netzbetreiber haben das Problem für neue Windenergieanlagen gelöst. Die Anlagen bleiben nun selbst bei Spannungseinbrüchen von 80 Prozent am Netz, so die dena. Für alte Windenergieanlagen entwickelten die Netzbetreiber verbesserte Netzanschlussbedingungen.