Kältewelle

Stromaufall in Frankreich: Zwei Millionen Menschen in Dunkeln

Auch in diesem Winter sorgt Kältewelle wie bereits befürchtet in Frankreich für Stromausfälle. Nach einer Störung in einer Verteilerstation sei für zwei Millionen Menschen der Strom abgestellt worden, um einen völligen Black-out in der Region um Marseille zu vermeiden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Ohne Strom waren am Nachmittag unter anderem ein Teil des Stadtzentrums von Marseille sowie einige Viertel von Nizza. Dort sei der Stromverbrauch angesichts der kalten Temperaturen sehr hoch gewesen, sagte ein Sprecher von RTE. Die Ursachen der Panne in einer Verteilerstation bei Avignon seien noch ungeklärt. Wie lange die Betroffenen ohne Strom auskommen müssen, teilte die Filiale des Elektrizitätskonzerns EDF zunächst nicht mit.

Stromausfälle waren schon erwartet

Am Wochenende waren die Temperaturen im Mittelmeerraum zeitweise unter den Gefrierpunkt gesunken. Am Montag kletterte das Thermometer in der Region aber wieder auf plus zehn Grad. Ein Stromausfall war angesichts der Kältewelle befürchtet worden. Ein Grund dafür ist, dass derzeit mehrere der 58 Atomreaktoren des Landes abgeschaltet sind. In den Anlagen werden Wartungsarbeiten nachgeholt, die im Frühjahr wegen eines Streiks aufgeschoben werden mussten. Atomkraftgegner machen auch das Alter der Anlagen für die vielen Ausfälle verantwortlich.

Trotz Kälte Stromverbrauch drosseln

Die Behörden forderten die Franzosen seit mehreren Tage auf, trotz der Kälte ihren Stromverbrauch zu drosseln. Da viele Haushalte mit Strom beheizt werden, steigt der Stromverbrauch bei Kältewellen enorm an. Im Oktober musste Frankreich, traditionell ein Stromexporteur, erstmals seit 27 Jahren wieder Elektrizität importieren.