Oettinger-Entwurf

Stromanbieter sollen den Verbrauch ihrer Kunden senken

Das wäre, als würde man Telefonanbietern sagen, ihre Kunden sollen weniger telefonieren: Im Rahmen der EU-Energiesparziele könnten die Energieversorger einem Zeitungsbericht zufolge zwangsverpflichtet werden, den Verbrauch ihrer Kunden jährlich um 1,5 Prozent zu senken.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Ein Gesetzentwurf des deutschen EU-Energiekommissars Günther Oettinger sehe vor, dass die Stromanbieter zu diesem Zweck ihren Kunden auch Tests anbieten, wo sie möglicherweise Energie verschwenden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom Dienstag. Ähnliche Modelle des Energiesparens gebe es schon in mehreren EU-Ländern, verlautete am Dienstag in Brüssel aus Kommissionskreisen. "Dem Endkunden wird nichts vorgeschrieben, vorgeschrieben wird es nur der Firma", hieß es mit Blick auf diese bestehenden Modelle.

Stromanbieter sollen auch effizienter bauen

Zur Sicherung der Effizienz der Kraftwerke sollten die EU-Staaten umfassende Datenbanken anlegen, schrieb die "F.A.Z." unter Berufung auf den Gesetzentwurf weiter. Bleibe die Effizienz der bestehenden Anlagen klar hinter der theoretisch möglichen Effizienz zurück, dürfte dem Plan zufolge fortan nur noch der Bau der effizienteren Kraftwerke genehmigt werden, berichtete das Blatt.

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 eine Minderung des Energieverbrauchs um 20 Prozent gegenüber dem eigentlich für dieses Jahr erwarteten Verbrauch zu erreichen. Da sich nach Einschätzung der Kommission derzeit nur eine zehnprozentige Minderung abzeichnet, brachte die Behörde Anfang des Jahres verpflichtende Effizienzziele für jedes einzelne EU-Land ins Gespräch. Das stößt dort nach "FAZ"-Angaben allerdings auf starken Widerstand.