Unsicheres Atomkraftwerk

Stromanbieter RWE wehrt sich gegen Vorwürfe zu Biblis

Der Betreiber des Kernkraftwerks Biblis hat Kritik an der Funktionsfähigkeit des Not- und Nachtkühlsystems bei einem möglichen Störfall zurückgewiesen. Die im ARD-Politmagazin "Kontraste" erhobenen Anschuldigungen "entbehren jeder Grundlage", sagte der Stromversorger RWE am Freitag in Essen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/red) - Falsch seien die Behauptungen in einem Beitrag, dass fehlende Kennzeichnungen von Rohrleitungen, sogenannte Stempelfelder, ein Sicherheitsdefizit für das AKW darstellten.

Nach der Montage und Dokumentation der Leitungen sei eine dauerhafte Stempelung der Rohre weder für den Betrieb notwendig noch im Atomgesetz vorgeschrieben, hieß es weiter. Der "Kontraste"-Beitrag erzeuge den Eindruck, "dass wir als Betreiber nicht die nötige Sorgfalt walten lassen und Sicherheitsdefizite bestünden", sagte Kraftwerksleiter Hartmut Lauer. "Das ist völlig unhaltbar." Allein in den letzten Monaten seien während der Revision mehr als 200 Millionen Euro in "sicherheitsfördernde Maßnahmen und Modernisierungen" investiert worden.

Kontraste: Voraussetzung für Betriebsgenehmigung nicht erfüllt

Das Magazin "Kontraste" hatte am Donnerstag berichtet, dass der Energiekonzern RWE Biblis mit einem Reaktor betreibe, der vermutlich die Voraussetzung für eine Betriebsgenehmigung nicht erfülle. Nach Angaben des Magazins fehlen an etwa 200 Rohrteilen im Notkühlsystem Stempelfelder.

Der Block B des AKW hatte nach mehr als zehnmonatiger Revision am Montagabend wieder den Regelbetrieb aufgenommen. Seit Abschaltung des Blocks am 23. Januar hatte RWE in Nachrüstungen und Modernisierungen investiert. Repariert wurden unter anderem Rohrleitungen und elektrotechnische Komponenten des Reaktors. Am 12. November ging der Block zunächst in den Probebetrieb. Der Beginn des Regelbetriebs verzögerte sich wegen notwendiger Nachbesserungen immer wieder.