Kein billiger Strom mehr

Stromanbieter kündigt günstigen Wärmepumpenstrom

Die Stadtwerke Münster haben ihren Kunden, die einen Wärmepumpenstrom-Tarif beziehen, diesen günstigen Tarif gekündigt. Die Verbraucherzentrale NRW sieht darin einen unrechtmäßigen Versuch, eine Preiserhöhung durchzusetzen und erklärt, wie Kunden sich wehren können.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Die Stadtwerke Münster haben ihre Wärmepumpenstrom-Kunden darüber informiert, dass vergünstigte Netzentgelte von der zuständigen Behörde abgeschafft wurden und durch das geänderte Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Weitergabe gestiegener Kosten wirtschaftlich notwendig sei. Mit Wirkung zum 30. November 2010 wurden daher im Mai die laufenden Verträge nach dem Sonderabkommen WPN gekündigt und Kunden die Weiterbelieferung zu teureren Tarifen angeboten.

Verbraucherzentrale spricht von falschen Tatsachen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wirft den Stadtwerken Münster vor, mit "unrichtigen Tatsachenbehauptungen" eine Preiserhöhung durchsetzen zu wollen. Denn die Bundesnetzagentur habe schriftlich bestätigt, dass die Änderung der Genehmigungspraxis keinen Einfluss auf die Möglichkeit habe, dem Kunden ein gesondertes Netzentgelt - sprich günstigere Tarife - für die Belieferung seiner Wärmepumpe anzubieten. Diese Darstellung der Stadtwerke Münster, so erklärte die Bundesnetzagentur gegenüber der Verbraucherzentrale NRW, sei unrichtig.

Angebote der Stadtwerke für Wärmepumpe-Kunden nicht lohnend

"Offenbar hatten die SW Münster in ihren bisherigen Verträgen keine wirksame Preisanpassungsklausel", die Voraussetzung für eine Erhöhung der Strompreise wäre, so die Verbraucherschützer. "Die Kündigung dient letztlich allein der Preiserhöhung". Die Stadtwerke bieten den Kunden an, entweder den Extrazähler für die Wärmepumpe von einer Elektroinstallationsfirma ausbauen lassen und ein Festpreispaket "Münster: garantiert" mit zweijähriger Vertragsbindung abschließen. Oder Kunden sollten eine Alternative ohne Umbau der Elektroinstallation wählen und einen Vertrag "Münster: ideal" für die "Grundversorgung mit Schwachlastanteil" abschließen. Beide Angebote sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW nicht lohnend.

Tipp: Kein Vertrag abschließen, Anbieterwechsel prüfen

Die Verbraucherzentrale NRW rät Kunden, keinen Vertrag abzuschließen. Damit werden die Kunden nach dem 30. November 2010 nach der "Grundversorgung mit Schwachlastanteil" versorgt und sind nicht an eine lange Vertragslaufzeit gebunden. Somit können Sie einen Strompreisvergleich durchführen und zu einem anderen Anbieter mit günstigen Konditionen wechseln. Wer schon einen Vertrag "Münster: garantiert" oder "Münster: ideal" abgeschlossen hat, könne diesen noch widerrufen.

Die Verbraucherzentrale NRW wird versuchen, in Gesprächen mit den Stadtwerken Münster eine Einigung für alle Kunden zu erzielen. Einen Musterbrief zum Widerruf bietet die Verbraucherzentrale NRW im Internet unter www.vz-nrw.de/muenster. Für Selbstabholer ist er auch in der Beratungsstelle am Spiekerhof 27 erhältlich.