Studie

Stromanbieter kassieren angeblich eine Milliarde Euro zuviel

Die deutschen Stromanbieter kassieren in diesem Jahr offenbar eine Milliarde Euro zuviel bei ihren Kunden ab. Das berichtet die "Saarbrücker Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf eine neue Studie der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. In der Studie wurden die Strompreise an der Börse unter die Lupe genommen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Saarbrücken (afp/red) - Demnach sanken die Preise an der Leipziger Strombörse seit 2008 um 30 bis 40 Prozent. Auf entsprechende Strompreissenkungen würden die Endverbraucher aber vergeblich warten.

Durchschnittlich 0,8 Cent pro Kilowattstunde an geringeren Beschaffungskosten hätten die Stromanbieter demnach nicht an ihre Kunden weitergegeben. Bei einem gesamten Absatz in Deutschland von rund 131 Milliarden Kilowattstunden ergebe sich daraus "eine Summe von einer Milliarde Euro", die den Verbrauchern vorenthalten werde. Zugleich seien Preiserhöhungen "nicht gerechtfertigt" gewesen.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, forderte die Stromanbieter auf, die Kunden endlich von den stark gefallenen Einkaufspreisen an der Strombörse profitieren zu lassen. Offenbar sei bisher die Wechselbereitschaft der Verbraucher noch nicht groß genug, "sonst würde die Weitergabe von Preissenkungen besser funktionieren", sagte Höhn der "Saarbrücker Zeitung". Die energiewirtschaftliche Sprecherin der Grünen, Ingrid Nestle, sagte der Zeitung, die steigenden Strompreise seien "ein Symptom des nicht funktionierenden Wettbewerbs" auf dem deutschen Markt.

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