Zusammenschluss

Stromanbieter in Nordhessen machen E.ON Konkurrenz

Sechs Stadtwerke in Nordhessen wollen dem Energieriesen E.ON-Mitte Konkurrenz machen und haben sich zur Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) zusammengeschlossen. Ziel sei eine "unabhängige, regionale und umweltgerechte Energieversorgung", sagte der Sprecher der Städtischen Werke Kassel, Ingo Pijanka.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Wolfhagen (dapd-hes/red) - Am Dienstag wurde die Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) in Wolfhagen gegründet. Außer dem Kasseler Strom- und Gasversorger sind Stadtwerke aus Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Homberg/Efze, Witzenhausen und Wolfhagen an der Kooperation beteiligt. Zusammen haben sie derzeit rund 290.000 Kunden in der Region.

Stromnetze wieder in regionale Hand

Neben einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien strebt die Stadtwerke-Union die Rekommunalisierung der lokalen Stromnetze an. In zahlreichen Städten und Gemeinden rund um Kassel laufen zum Jahresende die Konzessionsverträge mit E.ON-Mitte aus. Die Stadtwerke wollen gemeinsam versuchen, das große Energieunternehmen möglichst oft bei der Nachfolge auszustechen. Als weiteres Kooperationsprojekt ist die Errichtung von rund 70 Stromtankstellen für Elektroautos in der Region geplant.

Eine Ausweitung des Bündnisses wird angestrebt. "Wir sind offen für neue Mitglieder", sagte Wolfgang Grunewald von den Stadtwerken Bad Sooden-Allendorf. "Wir helfen auch, neue Stadtwerke zu gründen und Versorgungsstrukturen aufzubauen."