Lastschrift gekündigt

Stromanbieter darf Zahlungsweise nicht einseitig ändern

Wenn der Stromanbieter einfach die Zahlungsweise ändert, müssen Kunden das nicht hinnehmen. Eine Umstellung etwa von Lastschrift auf Überweisung kann nicht ohne Einverständnis des Kunden erfolgen. Verbraucherzentralen raten dazu, den Änderungsaufforderungen nicht leichtfertig nachzukommen.

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Halle (red) - Wie Gabriele Emmrich, Juristin bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, erklärt, hat nicht der Stromanbieter das Recht, das Lastschriftverfahren einzustellen, sondern allenfalls der Kunde könnte seine erteilte Einzugsermächtigung widerrufen. Denn die Kunden haben den Anbieter jederzeit widerruflich ermächtigt, fällige Beträge aus dem Vertragsverhältnis vom Konto im Lastschriftverfahren einzuziehen.

Mahnungen sind nicht rechtens

Der Stromanbieter ist nicht berechtigt, ohne Zustimmung der Kunden die Zahlungsweise für die Stromrechnung zu ändern. Er kann solche generellen Änderungen nur über die Änderungen der AGB erwirken. Für Mahnkosten oder Verzugszinsen gebe es ebenfalls keine Grundlage, da der Anbieter die Beträge fristgerecht einziehen könne.

Lastschrift ist für den Kunden von Vorteil

Der Vorteil des Kunden beim Lastschriftverfahren ist, dass eingezogene Beträge innerhalb einer Frist von sechs Wochen zurückgebucht werden können. Bei einer Überweisung dagegen trägt der Kunde die Verantwortung, er kann unberechtigte Zahlungen nicht zurückfordern. Das ist besonders bei Vorauskasse-Modellen, bei denen man mit einem hohen Geldbetrag in Vorleistung geht, ein Risiko. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters sieht man dann sein Geld wahrscheinlich nicht wieder.