Höhere Netzentgelte geplant

Strom- und Gaspreise bei E.ON vorerst konstant (Upd.)

E.ON will seine Strom- und Gaspreise zunächst nicht erhöhen, die Strompreise seien bis Ende September stabil. Jedoch plant das Unternehmen, seine Netzentgelte im nächsten Jahr zu erhöhen. Zudem rechnet der Konzern für das kommende Jahr mit hohen Ausgaben für den Zukauf von Emissionszertifikaten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München/Düsseldorf (ddp/sm) - Bis Ende September seien bei den Strompreisen keine Anhebungen geplant. "Wie es danach weitergeht, ist derzeit noch völlig offen", sagte der Vorstandsvorsitzende der zuständigen Tochter E.ON Energie, Klaus-Dieter Maubach, am Dienstag in München. Einen konkreten Zeitpunkt, bis wann die Gaspreise unverändert bleiben sollen, nannte E.ON nicht. Der Konzern kündigte allerdings an, seine Netzentgelte im deutschen Stromgeschäft 2008 wieder erhöhen zu wollen.

E.ON will allerdings noch in dieser Woche Anträge für höhere Netzentgelte im Strombereich für 2008 bei der Bundesnetzagentur einreichen. Wie hoch der Preisanstieg ausfallen soll, wurde nicht gesagt. Die derzeitigen Durchleitungsgebühren sind bis Ende 2007 gültig. In der ersten Genehmigungsrunde hatte die Netzagentur die E.ON-Entgelte im Schnitt um 13 Prozent gekürzt und damit insgesamt um mehr als 600 Millionen Euro. Da die Netzentgelte rund ein Drittel des Endverbraucherstrompreises ausmachen, könnten höhere Netzentgelte zu höheren Strompreisen bei alternativen Anbietern führen.

Maubach begründete die geplanten Netzentgelt-Erhöhungen mit höheren Kosten, etwa bei der Strombeschaffung. Auch seien die Investitionen in Wartung und Instandhaltung der Netze gestiegen. E.ON werde in den neuen Anträgen außerdem Kosten geltend machen, die von der Netzagentur im Vorjahr nicht genehmigt worden seien, kündigte Maubach an. Der Streit mit der Bonner Behörde über die Verzinsung des eingesetzten Kapitals im Netzgeschäft sei noch nicht entschieden.

Emissionshandel sorgt für zusätzliche Kosten

Belasten wird den Konzern ab dem kommenden Jahr der Emissionshandel. E.ON rechnet damit, in der Handelsperiode ab 2008 rund 40 bis 45 Prozent der benötigten CO2-Zertifikate zukaufen zu müssen. Insgesamt brauche E.ON Energie für seine Kraftwerke Zertifikate für den Ausstoß von 50 Millionen bis 55 Millionen Tonnen im Jahr, sagte Unternehmensvorstand Bernhard Fischer. Rund 35 Prozent der nötigen Zertifikate müsse E.ON auf Grund der gekürzten Zuteilung künftig am Markt erwerben, etwa zehn Prozent stammten aus der geplanten Auktionierung.

Damit wäre E.ON allerdings deutlich geringer vom Emissionshandel belastet als der Branchenzweite RWE. Der Essener Wettbewerber rechnet mit einem Bedarf an CO2-Zertifikaten für den Ausstoß von 140 Millionen Tonnen, von denen RWE etwa die Hälfte zukaufen muss. RWE wird vor allem durch seine Braunkohlekraftwerke belastet.

Am Mittwoch will der Energiekonzern sein bereits in der Vergangenheit angekündigtes milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm starten. Bis Ende 2008 sollen Aktien für sieben Milliarden Euro zurückgekauft werden, die Hälfte davon noch in diesem Jahr. Der Rückkauf dient dem Zweck, das Grundkapital der Gesellschaft herabzusetzen und so die Kapitalstruktur zu optimieren.