Urteil

Strom- und Gaskunden drohen neue Preisaufschläge

Den Strom- und Gaskunden in Deutschland drohen weitere Preisaufschläge. Das hängt mit einem neuen Gerichtsurteil zusammen, das rund 300 Versorger gegen die Netzagentur erwirkt haben. Diese hatten geklagt, weil aus ihrer Sicht der Wert ihrer Netze falsch berechnet worden sei.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied am Mittwoch in 19 Pilotverfahren, dass die Bundesnetzagentur in der Vergangenheit fehlerhafte Berechnungsmethoden zur Ermittlung des Anlagenwertes der deutschen Strom- und Gasnetze verwendet habe. Dadurch seien die Anlagenwerte zum Nachteil der Netzbetreiber zu niedrig kalkuliert worden.

Rund 300 Anbieter hatten geklagt

Insgesamt haben vor dem Oberlandesgericht fast 300 Gas- und Stromnetzbetreiber gegen die Praxis der Bundesnetzagentur geklagt. Für die deutschen Verbraucher würde das Urteil, wenn es rechtskräftig wird, wohl höhere Energiepreise bedeuten. Denn die Netzkosten fließen in die Strompreise ein. Die bislang zu wenig gezahlten Summen könnten deshalb in den nächsten Jahren auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Allerdings hat die Netzagentur noch die Möglichkeit, Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einzulegen.