Strom-News
UrteilDen Strom- und Gaskunden in Deutschland drohen weitere Preisaufschläge. Das hängt mit einem neuen Gerichtsurteil zusammen, das rund 300 Versorger gegen die Netzagentur erwirkt haben. Diese hatten geklagt, weil aus ihrer Sicht der Wert ihrer Netze falsch berechnet worden sei.
Düsseldorf (dapd/red) - Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied am Mittwoch in 19 Pilotverfahren, dass die Bundesnetzagentur in der Vergangenheit fehlerhafte Berechnungsmethoden zur Ermittlung des Anlagenwertes der deutschen Strom- und Gasnetze verwendet habe. Dadurch seien die Anlagenwerte zum Nachteil der Netzbetreiber zu niedrig kalkuliert worden.
Insgesamt haben vor dem Oberlandesgericht fast 300 Gas- und Stromnetzbetreiber gegen die Praxis der Bundesnetzagentur geklagt. Für die deutschen Verbraucher würde das Urteil, wenn es rechtskräftig wird, wohl höhere Energiepreise bedeuten. Denn die Netzkosten fließen in die Strompreise ein. Die bislang zu wenig gezahlten Summen könnten deshalb in den nächsten Jahren auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Allerdings hat die Netzagentur noch die Möglichkeit, Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einzulegen.
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Der Energiekonzern EnBW erhöht ab 1. August die Preise für Strom. Im Grundversorgungstarif "EnBW Komfort" kostet eine Kilowattstunde künftig 25,45 Cent, das sind 0,72 Cent mehr als bisher, wie der Energieversorger am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Zudem will der Konzern den Tarif der Gas-Grundversorgung neu regeln.
Die Regierung will Geringverdiener vor den steigenden Kosten der Energiewende schützen. "Strom darf nicht zum Luxusgut werden. Der Staat ist da gefordert, Hilfen anzubieten", sagte Umweltminister Peter Altmaier (CDU) dem "Spiegel". Darüber wolle man mit Wohlfahrtsverbänden sprechen.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen befürchtet für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Strompreise. Zu erwarten sei ein jährlicher Preisanstieg um jeweils zwei bis drei Prozent, sagte der Chef des Bundesverbandes, Gerd Billen, am Mittwoch in Mainz.
Viele Hartz-IV-Empfänger können ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen. Deshalb haben die Energieversorger im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Paritätischen Gesamtverbands rund 200.000 Langzeitarbeitslosen den Strom gesperrt. Das berichtet das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" in seiner Ausgabe vom Dienstag.
Bundesumweltminister Peter Altmaier will, dass Strom auch künftig bezahlbar bleibt. Menschen sollten nicht aus Preisgründen überlegen, ob sie die Beleuchtung anschalten, sondern aus Umweltschutzgründen. Zudem will der neue Umweltminister die Frage nach der Kürzung der Solarförderung noch vor der Sommerpause vom Tisch haben.Strompreise vergleichen
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