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Strom sparen: Projekt hilft Energiewende einzuleiten

Die steigenden Energiekosten belasten nicht nur die privaten Haushaltskassen. Deshalb heißt es auch bei den Kommunen: sparen, sparen, sparen. Wie das am besten geht, bekommen einkommensschwache Haushalte im Rahmen eines Sozial-Projektes in Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz vermittelt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Karlsruhe (red) - Damit die kommunalen Transferleistungen bei Wohngeldempfängern oder Hartz-IV-Empfängern nicht ständig weiter steigen, soll in einkommensschwachen Haushalten in Zukunft kräftig gespart werden. An 17 Orten in Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz wird deshalb der sogenannte "Stromspar-Check" durchgeführt. Bisher hat man ganze zwei Millionen Euro auf diese Weise einsparen können. Das Projekt wird auch als Beitrag zur angestrebten Energiewende gesehen.

Mitmachen und Strom sparen

Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig. Wer sich beraten lassen will, bekommt Besuch von den Stromsparhelfern, die übrigens selbst Langzeitarbeitslose sind. Daher kennen sie die Probleme der besuchten Haushalte aus eigener Erfahrung. Das Projekt rund um das Thema Strom sparen kann daher auch ein Sprungbrett zurück ins Berufsleben sein. Bisher waren die Helfer mit ihren Tipps, wie man Strom sparen kann, auch recht erfolgreich: mehr als 100.000 Strom- und Wassersparartikel konnten die Stromsparhelfer bisher installieren. Die Soforthilfepakete, die unter anderem Energiesparlampen oder Kühlschranthermometer enthalten, kosten etwa 50 Euro pro Haushalt.

Mit einfachen Mitteln Strom sparen

Langfristig gesehen rechnet sich die Ausgabe: Durch die Lebensdauer des Zubehörs fürs Strom sparen, werden die CO2-Emissionen um 2.200 kg reduziert, finanziell lassen sich pro Haushalt über 1.100 Euro sparen. Alle Haushalte, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen, können sich unter www.stromspar-check.de anmelden um zu erfahren wie sie Strom sparen können. Zu ihnen kommt dann ein geschulter Stromsparhelfer ins Haus. Dieser misst den Stromverbrauch und gibt erste Tipps zum effektiven Umgang mit Energie. Bei einem zweiten Besuch bekommen die Bewohner dann einen individuellen Stromfahrplan und das kostenlose Soforthilfepaket: Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten, TV-Stand-by-Abschalter, Zeitschaltuhren sowie Wassersparartikel.

Strom sparen - Projekt findet immer mehr Anhänger

Inzwischen findet das Projekt immer mehr Nachahmer: 20 kommunal finanzierte Initiativen sind in den vergangenen Monaten mit eigenen Partnern gestartet. Die gemeinsame Aktion des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) und des Deutschen Caritasverbandes verbindet seit drei Jahren mit dem Projekt arbeitsmarktpolitische, sozialpolitische und umweltpolitische Ziele. Im Frühjahr wurde das Projekt mit dem Ziel Strom sparen für den europäischen "Sustainable Energy Europe Award" nominiert.