Strom bei Aral?

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"Bring doch von der Tankstelle noch Zigaretten und Kaugummi mit. Ach, und vergiss nicht, die Stromkarte aufzuladen." - so könnte schon bald ein Gespräch über den Besuch einer Aral-Tankstelle aussehen. Denn derzeit prüft die Aral AG, ob sie in Zukunft an ihren Tankstellen neben Treibstoff, Schmiermitteln und Reiseverpflegung auch Strom verkaufen wird.


Im Mittelpunkt der Vertriebsidee "Strom an der Tankstelle" steht die Aral Energie GmbH. Seit Januar des Jahres besteht die Energie GmbH, eine Tochter der Aral AG Bochum. Erste Zielsetzung dieses Unternehmens war es, den Strombedarf der Aral AG und deren Tankstellen möglichst kostengünstig zu decken. Zu diesem Zweck bezieht die Aral Energie GmbH Strom von der VEW Energie AG und der Preußen Elektra. Die Energie GmbH kann auf diesem Weg, weil sie den Bedarf der Aral AG bündelt, große Mengen Strom zu einem günstigen Preis ankaufen.


Seit Juli 1999 versorgt die Aral über die Energie GmbH auch mittlere und kleine Gewerbekunden mit ihrem Strom. Bei diesen Unternehmen handelt es sich in der Regel um bisherige Geschäftspartner und Kunden der Aral AG.


Der nächste Schritt der Aral Energie wäre der Verkauf von Strom an Privatkunden, sagte Detlef Brandenburg, Pressesprecher der Aral, in einem Gespräch mit dem "Strom-Magazin". Derzeit prüfe die Aral die Marktchancen für ein solches Vertriebskonzept. Der Markt sei hart umkämpft und das Scheitern der Zusammenarbeit der Hamburgischen Elektricitäts-Werke AG mit der Rewe (Das "Strom-Magazin" berichtete. Mehr Informationen gibt es hier.), habe gezeigt, das nicht jede Vertriebsmöglichkeit vielversprechend sei.


Konkurrenzfähig und von Vorteil für den Kunden sei der Stromverkauf an der Tankstelle nur, wenn der Verkauf von Strom vereinfacht werde. Beispielsweise über aufladbare Stromkarten, mit deren Hilfe der Kunde dann unkompliziert eine beliebige Menge Strom an der Tankstelle kaufen könnte.


Für die Einführung eines solchen Karten-Verkaufssystems für Strom müssten allerdings sämtliche Stromzähler ausgetauscht und durch neue, stromkartenfähige Modelle, ersetzt werden. Dies sei jedoch mit enormen Investitionen verbunden. Die Aral prüfe derzeit, ob sich diese Ausgaben lohnen könnten. Der Verbraucher muss sich also noch gedulden, bis er in den Genuss sämtlicher technischer Möglichkeiten der Liberalisierung des Strommarktes kommen wird.


Markus Götz