Entscheidung

Strom aus Österreich für Stadtwerke Leipzig

Nach einem fast zweijährigem Gerichtsverfahren hat der Stromkonzern VEAG zum 1. Juli sein Netz geöffnet - "Verbund" bricht Braunkohleschutzklausel auf.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Die Entscheidung für ein wichtiges Teilpaket der Stromversorgung für die Stadtwerke Leipzig ist gefallen: Nach einem fast zwei Jahre andauernden Gerichtsverfahren und einem Urteil in zweiter Instanz des Kammergerichts Berlin hat die VEAG ihr Stromnetz zum 1. Juli für die Durchlieferung von "Verbund"-Strom aus Wasserkraftanlagen aus Österreich geöffnet.

Die VEAG wollte per 1. Januar vergangenen Jahres den Wechsel der Stadtwerke Leipzig zum Verbund, Österreichs größtem Stromerzeuger und -transporteur, und anderen Versorgern außerhalb der neuen Bundesländer nicht hinnehmen und hatte versucht, die Durchleitung von Fremdstrom mit Hinweis auf die Braunkohleschutzklausel zu verhindern.

"Als sensationell" bezeichnete Dr. Günther Rabensteiner, Geschäftsführer der "Verbund"-Tochter "Austrian Power Trading Deutschland GmbH", den Erfolg. Der "Verbund" habe es als einer der ersten Stromlieferanten geschafft, die Braunkohleschutzklausel aufzubrechen und gehört damit auch zu den ersten Unternehmen, die in den neuen deutschen Bundesländern einen Weiterverteiler mit eigenem Strom beliefern.

"Mit der jetzt erreichten Situation können die Stadtwerke Leipzig endlich frei im Wettbewerb Strom beschaffen", so der Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig, Wolfgang Wille. "Der Verbund-Strombezug und der Ende letzten Jahres abgeschlossene 3-jährige Strombezugsvertrag mit der Veag zeigen die neue Flexibilität der Veag, die auch Basis einer weiteren intensiven Zusammenarbeit mit diesen Partnern sein kann. Die Entwicklung wird sich auch positiv für den Wirtschaftsstandort Leipzig und die Leipziger Strombörse sowie die Kom-Strom auswirken."

Für den Verbund bedeutet dieser Erfolg aber eine wichtige Erweiterung der Marktbasis in dieser Region. Bisher hat sich Österreichs führender Stromproduzent vor allem auf Süd- und Mitteldeutschland konzentriert. Insgesamt ist es dem Verbund seit Öffnung des Strommarktes gelungen, Verträge mit annähernd fünf Milliarden Kilowattstunden bei deutschen Stadtwerken und Industriebetrieben abzuschließen.