Stromversorgung

Strom abgestellt: Mieter haben Anspruch auf Schadenersatz

Das Amtsgericht München hat entschieden: Teilt eine Hausverwaltung dem Stromversorger irrtümlich einen Mieterwechsel mit, so muss sie für den durch die Abschaltung des Stroms entstandenen Schaden haften.

Stromnetz© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Ein Hausverwalter im Raum München meldete dem zuständigen Stromversorger einen Mieterwechsel. Daraufhin stellte das Versorgungsunternehmen den Strom ab. Dumm nur, dass der Mieter gar nicht verzogen, sondern nur verreist war. Die Folge: nach elf Tagen Abwesenheit des Mieters und ohne Stromversorgung, waren zumindest im Kühlschrank neue Bewohner eingezogen; sämtliche Lebensmittel waren infogle der mangelnden Kühlung nämlich verdorben oder verschimmelt.

Mieter klagte, weil Lebensmittel verdorben waren

Der verägerte Mieter klagte auf Schadenersatz für Lebensmittel und Geräte. Wie die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) aus Berlin jetzt mitteilte, bekam der zu Unrecht vom Stromnetz getrennte Mieter zumindest teilweise recht. Das Münchener Amtsgericht entschied, dass der Mieter Anspruch auf Schadenersatz für die verdorbenen Lebensmittel hat und die Hausverwaltung zusätzlich die Kosten für die Reinigung der Geräte tragen müsse.

Geräte müssen nicht ersetzt werden, da Reinigung noch möglich war

Da eine Reinigung aber noch möglich gewesen sei, bestünde kein Anspruch auf einen generellen Geräte-Ersatz, so das Amtsgericht. Den Stromversorger treffe bei all dem keine Schuld, da er sich auf die Angaben der Hausverwaltung verlassen dürfe. Wer also länger in Urlaub fährt, sollte seinen Kühlschrank besser vorher leeren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Sollte der Strom abgestellt werden - und zwar irrtümlich - müssen Hausverwaltung oder Vermieter für dadruch entstehende Schäden oder Kosten haften.