Angebot nachgebessert

Streit um RWE Gas: Einigt sich der Konzern doch noch mit den Kommunen?

Seit 1. Oktober verfügt der Energiekonzern RWE über eine neue Konzernstruktur, die bisher getrennten Sparten Strom, Gas und Wasser wurden organisatorisch gebündelt. Erzeugung, Verteilung und Vertrieb wurden getrennt. Bisher allerdings ohne die Einbeziehung von RWE Gas, denn die kommunalen Aktionäre sperren sich weiterhin. Steht eine Einigung kurz bevor?

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Was passiert mit RWE Gas? Diese Frage steht im Raum, seit sich die kommunalen Aktionäre des Energieversorgers im Juli 2003 gegen den von RWE-Chef Harry Roels geplanten radikalen Konzernumbau entschieden. Weil die Kommunen über eine Sperrminorität verfügen, konnte die neue Konzernstruktur zum 1. Oktober bisher nur unvollständig umgesetzt werden.

Forderungskatalog der Kommunen

Wie die Financial Times Deutschland in der vergangenen Woche berichtete, lehnt die kommunale Aktionärsvereinigung die bisherigen Angebote von RWE kategorisch ab und fordert stattdessen mehre hundert Millionen Euro mehr. Ihr Forderungskatalog umfasst vier wesentliche Punkte: 1. Mindestens 25 Prozent plus einer Aktie an der neuen regionalen Strom- und Gasvertriebsgesellschaft RWE Westfalen-Weser-Ems, 2. eine Aufstockung der bis 2027 laufenden Garantiedividende um 20 Prozent auf 48 Millionen Euro pro Jahr, 3. 100 Millionen Euro in bar und 4. eine Put-Option zum Tausch der Aktien der neuen Vertriebsgesellschaft auf Wertbasis von 800 Millionen Euro in RWE-Holding-Aktien. Bis zum 31. Oktober sollte RWE auf dieses Angebot verbindlich antworten.

Verluste beim Absatz befürchtet

Während Konzernkreise Ende vergangener Woche in der Financial Times Deutschland von einem Scheitern der Verhandlungen ausgingen, berichtete das Handelsblatt gestern von einem nachgebesserten Angebot an die Aktionäre. Denn obwohl auch ohne die Einbindung von RWE Gas in die neue Konzernstruktur 90 bis 95 Prozent der Synergien mit der jetzigen Konstruktion erzielt werden könnten, würde RWE im Falle eines Eklats wichtige Kunden verlieren. Grund: Die westfälischen Kommunen beziehen über ihre Stadtwerke Strom und Gas von RWE. Jetzt will der kommunale Verhandlungsführer den Aktionären die neue Offerte von RWE schnellstmöglich präsentieren. Weitere Einzelheiten oder eine Reaktion gibt es noch nicht.

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