Netztrennung

Streit um Ownership Unbundling: Anbieter gehen auf EU zu

Im Streit um die von der EU-Kommission geplante Trennung der Energieversorger von ihren Netzen liegt offenbar ein Kompromissvorschlag von acht großen europäischen Versorgern auf dem Tisch. Diese wollen den grenzüberschreitenden Stromaustausch ausbauen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Einem Bericht des Handelsblatts zufolge sind acht europäische Energieversorger zur Verteidigung ihrer Pfründe in die Angriffsposition gewechselt. Demnach wollen die Netzbetreiber, darunter mit E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall die großen Vier Deutschlands, künftig den grenzüberschreitenden Stromaustausch erleichtern, was den Markt deutlich in Bewegung bringen könnte.

Bislang ist der Kauf von Strom über Landesgrenzen hinweg häufig reine Glückssache. Derzeit werden die Kapazitäten der Grenzkuppelstellen, die oft sehr schlecht ausgebaut sind, versteigert - teilweise vor Börsenschluss, so dass der Käufer gar nicht weiß, ob er billigen Strom einkauft oder nicht. Solche "Blindkäufe" sollen künftig abgeschafft werden, verspricht das Konsortium der acht Netzbetreiber. Auch sollen die Interkonnektoren an den Landesgrenzen ausgebaut werden.

Die Kritik der EU-Kommission zielt darauf ab, dass auf dem Strommarkt massive Wettbewerbsunterschiede herrschten und die großen Netzbetreiber gegenüber kleineren Anbietern in einer deutlich besseren Position seien. Die bislang bekannten Pläne von Energiekommissar Andris Piebalgs sehen vor, den Anbietern die Kontrolle über ihre Netze zu entziehen.

Experten sehen die Bildung des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit gemischten Gefühlen. Zwar wird der Schritt an sich gemeinhin positiv bewertet, doch wird befürchtet, das neue Konsortium könnte alte Monopolstrukturen verfestigen.

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  • Link zum Handelsblatt-Artikel