Bau gefährdet?

Streit um Anschlussleitungen an Ostseepipeline

Eineinhalb Jahre vor der geplanten Verlegung der Ostseepipeline zeichnet sich offenbar ein Streit zwischen Energiegesellschaften um den Bau von Anschlusstrassen in Ostdeutschland ab. Nach einem Bericht des NDR ist der Bau der von Lubmin in das sächsische Olbernhau führenden Gasleitung Opal gefährdet.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - Das milliardenschwere Projekt der Wingas AG, einem Tochterunternehmen von BASF und Gazprom, droht dem Bericht zufolge zu scheitern, weil bereits eine Paralleltrasse von Lubmin nach Börnicke bei Berlin genehmigt wurde. Dabei handelt es sich um die Pipeline Nordal des Hamburger Energiekonzerns Concord Power, der in Lubmin auch den Bau eines Gaskraftwerks plant.

Verhandlungen über eine Übernahme der Nordal durch das deutsch-russische Konsortium sind dem Bericht zufolge gescheitert. Nach Angaben von Wingas ist diese Trasse für den Transport des russischen Gases zu klein dimensioniert. Dagegen verwies Concord-Chef Heiko von Tschischwitz, dass man inzwischen die Planungen aktualisiert und den künftigen Durchmesser den Maßen der Ostseepipeline von 1,20 Meter angepasst habe.

Sollte Opal genehmigt werden, schließt Concor Power eine Klage nicht aus. Auch der Naturschutzverband BUND kündigte rechtliche Schritte an, weil die Trassen durch sensible Naturschutzgebiete wie das Peenetal führen werden. Sowohl Wingas als auch Concord Power wollen 2008 mit dem Bau ihrer Trassen beginnen.

Darüber hinaus wird inzwischen der Bau einer dritten Gasleitung quer durch Mecklenburg-Vorpommern vorbereitet. Die so genannte Norddeutsche Erdgasleitung (NEL), ebenfalls von Wingas geplant, soll über 370 Kilometer von Lubmin nach Bremen führen.