Keine Bewegung

Streit über neues Meldesystem für Kernkraftwerke

Die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) streiten nach einem Zeitungsbericht über mögliche Konsequenzen aus dem Störfall im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark. Hintergrund ist der Vorschlag eines brancheneigenen Meldesystems.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Wie die "Financial Times Deutschland" vorab berichtet, beharren die großen Kraftwerksbetreiber Eon, RWE, Vattenfall und EnBW darauf, sich bei Meldungen von Störfällen weiter nur auf das staatliche internationale Meldesystem zu verlassen. Der Forderung von Gabriel, ein schnelles brancheneigenes Meldesystem aufzubauen, wollten sie nicht nachkommen.

Nach dem Störfall in Forsmark am 25. Juli hatte sich herausgestellt, dass ein Teil der Sicherheitsmängel in einem finnischen Kraftwerk bereits bekannt waren. Die Information war aber nicht weitergereicht worden. Anders als in der Luftfahrt gibt es in der Kernenergie kein systematisches internationales privatwirtschaftliches Meldesystem für solche Vorkommnisse. Gabriel hatte den Aufbau eines solchen Systems auch für Kernenergiebranche verlangt.

In Verhandlungen mit dem Umweltministerium hätten die Betreiber sich lediglich bereit erklärt, künftig gemeinsam mit den Anlagenherstellern die Meldungen aus dem INES-System der staatlichen Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) auszuwerten, schreibt die Zeitung unter Hinweis auf eine Erklärung des Deutschen Atomforums.

Das Umweltministerium erklärte dem Blatt zufolge, die Betreiber hätten ein "neues internationales betreibereigenes Meldesystem" zugesagt. Das Atomforum beharrte laut Zeitung auf seiner Darstellung.