Radioaktive Abfälle

Strahlenschutzexperte rät von Asse-Rückholung ab

Die Diskussion über die Rückholung der Atommüllfässer aus dem Bergwerk Asse dauert an. Der Physik-Professor und Strahlenschutz-Experte Joachim Breckow riet jetzt von der Bergung der radioaktiven Abfälle ab. Ein Leerräumen des Bergwerks könne zu einer höheren Strahlenbelastung für die Beschäftigten und die Bevölkerung führen als eine Verfüllung.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Braunschweig (dapd/red) - "Aus Sicht des Strahlenschutzes ist die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Asse sehr wahrscheinlich nicht die beste Lösung", sagte der Präsident des Fachverbandes für Strahlenschutz der "Braunschweiger Zeitung" (Freitagausgabe).

"Bisher wird es so dargestellt, als ob es beruhigend ist, wenn der Müll rauskommt", sagte Breckow. "Aber dann wird dort über Jahrzehnte ein Zwischenlager betrieben, es gibt Atomtransporte. Wenn ich an der Asse wohnen würde, wäre das für mich viel beunruhigender."

Der Fachverband für Strahlenschutz ist eine Vereinigung von Strahlenschutzfachleuten aus Deutschland und der Schweiz. Er hat nach eigenen Angaben etwa 1.500 Mitglieder.

Langzeitsicherheit nicht bewiesen

Ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sagte auf Anfrage, es sei drei verschiedenen Fachinstituten nicht gelungen, die Langzeitsicherheit im Fall eines Verbleibs der Fässer untertage darzustellen. Dies reiche aus, um die Bergung des Atommülls vorzubereiten. Das Atomgesetz sehe eindeutig vor, dass die Schutzziele eingehalten werden müssten. Wenn das nicht gelinge, ohne die Abfälle rauszuholen, gebe es zur Rückholung keine Alternative.

Verbleib der Fässer wird geprüft

Das BfS hatte am Donnerstag eingeräumt, dass neben der Rückholung der Fässer im Rahmen einer "Konzeptskizze" auch geprüft werde, wie sich ein Verbleib der Fässer unter Tage langfristig auf Menschen und Umwelt auswirkt. Bei politischen Parteien in Niedersachsen stieß diese Ankündigung auf Kritik.