Der Tagesspiegel

Strahlenschutzamt rügt deutsche AKW-Betreiber

Der Chef des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, kritisierte das Verhalten der deutsche AKW-Betreiber nach dem Zwischenfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark. Die Akzeptanz hänge von ihrem Verantwortungsbewusstsein ab. Reflexartige Entwarnungen seien da kontraproduktiv.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - In der Diskussion nach dem Störfall in einem schwedischen Atomkraftwerk hat das Bundesamt für Strahlenschutz die deutschen Kraftwerksbetreiber gerügt. Der Präsident der Behörde, Wolfram König, sagte dem "Tagsspiegel" (Montag-Ausgabe): "Die Akzeptanz für eine Hochrisikotechnologie hängt maßgeblich davon ab, dass keinerlei Zweifel an dem Verantwortungsbewusstsein der Betreiber existieren. Dazu gehört, dass Störfälle wissenschaftlich fundiert und interessenunabhängig bewertet werden."

König reagierte damit auf Aussagen deutscher AKW-Betreiber, die einen Störfall wie im schwedischen Forsmark in Deutschland ausschließen. König kritisierte: "Die deutschen Betreiber leisten ihren eigenen Anliegen einen Bärendienst, wenn sie nach dem gravierenden Störfall in Forsmark für ihre Anlagen reflexartig Entwarnung geben."

"Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen über die Abläufe in Forsmark kann ausgeschlossen werden, dass ein solcher Zwischenfall in deutschen Kernkraftwerken die gleichen Folgen hätte", hatte das Deutsche Atomforum am Freitag mitgeteilt. Das Konzept der unterbrechungslosen Stromversorgung deutscher Atomkraftwerke unterscheide sich "signifikant" von dem in Forsmark.

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