Strahlenbelastung durch AKW liegt unter Grenzwerten

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Der Beitrag der Strahlung, dem die Bevölkerung durch Atomkraftwerke und sonstige kerntechnische Anlagen in Deutschland ausgesetzt ist, blieb auch im vergangenen Jahr deutlich unter ein Prozent der zivilisatorischen Strahlenexposition. Dies teilt die Bundesregierung in einer Unterrichtung (Bundestagsdrucksache 14/4104) im Rahmen ihres jährlichen Berichtes über die Entwicklung der Radioaktivität in der Umwelt mit. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass die Jahresemissionen radioaktiver Stoffe bei allen kerntechnischen Anlagen unterhalb, bei den meisten weit unterhalb der genehmigten Werte gelegen hätten.


Rückläufig sei der Beitrag der Strahlenexposition durch die in den vergangenen Jahrzehnten in der Atmosphäre unternommenen Kernwaffenversuche. Er habe 1999 weniger als 0,01 Millisievert betragen. Von 0,11 im Jahr 1986 auf weniger als 0,02 Millisievert ebenfalls zurückgegangen sei die Strahlungsmenge, die durch den Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl verursacht worden sei. Dennoch fänden sich in Nahrungsmittel aus Waldgebieten vereinzelt noch stark erhöhte Cäsium-137-Werte, heißt es in der Unterrichtung. Insgesamt habe die natürliche Strahlenbelastung im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,4 Millisievert betragen. Die unter anderem von der Anwendung radioaktiver Stoffe und etwa von Röntgendiagnostik ausgehende zivilisatorische Strahlenbelastung habe 1999 bei 2,1 Millisievert pro Einwohner gelegen.


Stabil geblieben sei auch der Beitrag der beruflichen Strahlenexposition gegenüber dem Vorjahr. Etwa 334.000 Personen seien im Jahr 1999 durch ihren Beruf ionisierender Strahlung ausgesetzt gewesen. Den Angaben zufolge ist also eine mittlere effektive Dosis der Bevölkerung kaum überschritten worden, die sich aus 2,4 Millisievert natürlicher und 2 Millisiervert zivilisatorischer Strahlenexposition pro Jahr zusammensetzt.


Ferner habe bei bisher durchgeführten Messungen in weniger als zwei Prozent der Wohnungen in Deutschland die Radonkonzentration einen Wert von 200 Bequerel pro Kubikmeter in der Raumluft überschritten. Diesen Wert bei Neubauten einzuhalten empfehle die EU-Kommission, heißt es weiter. Nach Informationen der Bundesregierung sind regelmäßige Messungen wichtig, weil Veränderungen der menschlichen Umwelt durch technische Entwicklungen zu einer zivilisatorisch bedingten Erhöhung der Strahlenexposition führen können.