Ermittlungen laufen

Strahlen-Grenzwert in Gronau überschritten

Beim Störfall in der Urananreicherungsanlage Gronau am vergangenen Donnerstag ist der Strahlen-Grenzwert deutlich überschritten worden. Bei dem Zwischenfall war in der Behältervorbereitung Uranhexafluorid (UF6) freigesetzt und ein Mitarbeiter verstrahlt worden. Die Ermittlungen zu dem Störfall dauern an.

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Düsseldorf/Gronau (ddp-nrw/red) - Die höchsten Kontaminationen seien auf dem Fußboden des betroffenen Raumes der Anlage mit 170 Becquerel pro Quadratzentimeter gemessen worden, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am Mittwoch im Energieausschuss des Landtags. Erlaubt seien lediglich 100 Becquerel pro Quadratzentimeter.

Den Angaben zufolge war der Behälter von eimem Zulieferer aus Schweden als gereinigt ("clean and washed out") deklariert worden, obwohl er noch "geringe Restmengen von Uranhexafluorid" enthielt. Bei der Vorbereitung einer Prüfung des Behälters sei es dann zu dem Zwischenfall gekommen, hieß es.

Bei dem Zwischenfall war ein Mitarbeiter der Betreiberfirma Urenco radioaktiv verstrahlt worden. Ihm gehe es nach Auskunft der behandelnden Ärzte "sehr gut", sagte die Ministerin weiter. Er habe die Hälfte der Strahlungsmenge abbekommen, der ein Mensch normalerweise ohnehin durch die natürliche Umgebungsstrahlung pro Jahr ausgesetzt sei.