Ärger

Strafzölle sorgen für Streit in der Solarbranche

In der Solarbranche gibt es erneut Ärger um die Handelsbeschränkungen auf Solarzellen. Mitglieder des Verbandes "EU ProSun" sollen eine Lockerung der Strafzölle auf bestimmte Module verlangt haben. Werden die Forderungen umgesetzt, würde das besonders Branchenriesen Solarworld treffen.

Solarpark© Michel Angelo / Fotolia.com

Düsseldorf - Innerhalb der europäischen Solarbranche ist ein Streit um Strafzölle auf chinesische Module und Zellen entbrannt. Mitglieder aus dem Lobbyverband "EU ProSun" richten sich gegen die Verbandsposition und fordern die Abschaffung von Handelsbeschränkungen auf Solarzellen. Dies berichtet das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) mit Verweis auf einen vertraulichen Brief von vier Verbandsmitgliedern an die EU-Kommission. Auch der Verband bestätigte gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX die Existenz des Schreibens.

Die Verfasser wollen, dass nur noch ganze Module, die unter Mindestpreis angeboten werden, mit Zöllen belegt werden. Die Firmen seien auf chinesische Zellen angewiesen, um günstig Solarmodule herstellen zu können, argumentieren sie. Sie würden sonst "in den Ruin getrieben".

Branchenriese Solarworld im Zentrum der Diskussion

Leidtragender ist der Branchenriese Solarworld, der als eines der letzten europäischen Unternehmen überhaupt noch Zellen herstellt und verkauft. Es wird Solarworld vorgeworfen, die europäischen Unternehmen im Verband für seine Zwecke instrumentalisiert zu haben, was EU-ProSun-Präsident Milan Nitzschke, der auch Sprecher von Solarworld ist, aber bestreitet. Würde man den Chinesen erlauben, Zellen zu Dumpingpreisen ohne Zölle in Europa einzuführen, dann würden diese künftig in Europa zum Beispiel über Lohnfertiger die Modulherstellung übernehmen und so die Zölle auf Module umgehen. "Das ist ein Bärendienst, den sich die europäischen Modulhersteller damit erweisen", so Nitzschke.

Quelle: DPA