Kritik

Stoiber: CSU will Druck auf SPD im Atomstreit erhöhen

Die CSU will im Koalitionsstreit über die Atomenergie den Druck auf die SPD erhöhen. Parteichef Edmund Stoiber sagte gestern nach Beratungen seines Parteivorstands in Neu-Ulm, ein vorzeitiges Abschalten deutscher Kernkraftwerke wäre gerade angesichts des Klimawandels "absolut falsch".

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Neu-Ulm (ddp/sm) - Man werde im Berliner Koalitionsausschuss noch sehr intensiv über dieses Thema sprechen müssen - möglicherweise schon im April, sagte der Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) gestern. Des Weiteren kritisierte er den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. Dieser erzähle "glatten Unsinn" über die angebliche CO2-Belastung durch die Kernenergie. Stoiber betonte: "Wenn wir in Bayern die Kernkraftwerke abschalten, bedeutet das 40 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich. Zum Vergleich: Der gesamte Straßenverkehr in Bayern hat einen CO2-Ausstoß von 31 Millionen Tonnen pro Jahr."

Dies zeige, dass man die ehrgeizigen Klimaziele bis zum Jahr 2020 ohne Kernkraft "mit Sicherheit" nicht erreichen könne. Stoiber fügte hinzu, er habe von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) noch keine Idee gehört, "wie er unsere emissionsfreie Kernenergie anders als durch neue Öl- und Gaslieferungen oder durch den Import von Energie aus weniger sicheren ausländischen Kernkraftwerken ersetzen will." Nicht nur der Druck der Union, sondern auch der "gesamtgesellschaftliche Druck" gegen ein vorzeitiges Abschalten von Kernkraftwerken werde zunehmen.